Verbraucherzentrale

Kunden droht Abo-Falle bei Kleider-Tauschbörse Zamaro

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Das Internetportal Zamaro bietet Kleidung zum Tausch an (Symbolbild).

Das Internetportal Zamaro bietet Kleidung zum Tausch an (Symbolbild).

Foto: imago stock&people

Klamotten im Internet zu tauschen ist ein unaufhaltsamer Trend. Der Kleider-Tauschanbieter Zamaro gerät jedoch jetzt in die Kritik.

Berlin.  Kleidertauschbörsen im Internet werden immer beliebter. Vor allem der in Poing bei München ansässige Anbieter Zamaro lockt seine Kundinnen mit einem rundum Sorglosparket: Einfach alte Kleider einschicken, das Einstellen der Artikel auf der Plattform samt Beschreiben und Fotografieren übernimmt das Unternehmen. Bargeld gibt es für die eingesendeten Klamotten zwar nicht, dafür Punkte, mit denen andere Kleidungsstücke „erworben“ werden können. Einen Haken hat die Sache jedoch, wie die Verbraucherzentrale jetzt bemängelt.

Bei Zamaro sei „von No-Name-Artikeln bis hin zu hochwertiger Designerware“ alles willkommen. Nicht angenommen werden ausdrücklich Herrenartikel, Unterwäsche, Nachtwäsche, Bademode, Schmuck und Gürtel. Verschmutzt, beschädigt oder gefälscht dürfen Artikel ebenfalls nicht sein. Wer sich beim Einsenden an diese Punkte hält, sollte nach wenigen Tagen Punkte gutgeschrieben bekommen, die für eine ausgiebige Einkaufs-Tour im Zamaro-Shop ausreichen sollten. Dennoch beschweren sich viele Nutzer, dass sie für eingesendete Stücke keine Punkte bekommen hätten, weil die Ware nicht neuwertig genug gewesen wäre. Ob berechtigterweise bemängelt oder nicht – zurück bekommen die Kunden diese Kleidungsstücke nicht. „Aus Kostengründen können solche Artikel nicht gelagert oder retourniert werden“, heißt es auf der Internetseite des Unternehmens. Für viele Kunden ein klarer Minuspunkt – vor allem wenn es sich um teure Stücke handelte.

Verkürztes Widerrufsrecht sorgt für Kritik

Viel schwerer wiegt allerdings ein anderer Vorwurf der Verbraucherzentrale: Als kostenlos angepriesene Test-Mitgliedschaften würden in teure Abo-Fallen führen. Den Kunden erscheint dabei kurz vor dem Klick auf den „Kaufen“-Button lediglich ein kleingedruckter Text, in dem es heißt: „Lasse ich in den nächsten sieben Tagen nichts von mir hören (Anruf genügt), startet Zamaro automatisch die vierundzwanzigwöchige SwapPLUS-Mitgliedschaft“. Kostenpunkt: 16 Euro die Woche, Vertragslaufzeit 24 Wochen. Das macht insgesamt stolze 384 Euro. Laut der Verbraucherzentrale ist die Art des Abo-Abschlusses unrechtmäßig, selbst wenn die Abonnenten von einigen Sonderleistungen profitieren.

Vor allem das Widerrufsrecht von lediglich sieben Tagen wird von der Organisation kritisiert. Dies sei juristisch unhaltbar. Bei einem Kleidungskauf bestünde „kein hinreichender Grund, dass Zamaro das 14-tägige Widerrufsrecht der Mitglieder aushebeln“ könnte, schreibt die Verbraucherzentrale auf ihrer Seite.

Kundenbeschwerden über veränderte AGB

Außerdem beschweren sich viele Nutzer auf der Facebook-Seite des Unternehmens über undurchsichtige Angaben oder die bereits mehrfach veränderten AGBs, über die offenbar nicht ausreichend informiert wurde.

Schriftliche sowie telefonische Nachfragen unserer Redaktion blieben von „Zamaro“ bis Dienstagabend unbeantwortet. (jei)

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