Vermisstenfall

Polizei sucht mit neuen Fotos nach vermisster Inga

Seit einem Jahr sucht die Polizei nach der damals fünfjährigen Inga. Sie fahndet auch mit neuen Fotos. Doch die Hoffnung schwindet.

Die damals fünfjährige Inga verschwand am 2. Mai 2015 in einem Waldstück bei Stendal. Die Polizei prüft nun alte Sachverhalte erneut.

Die damals fünfjährige Inga verschwand am 2. Mai 2015 in einem Waldstück bei Stendal. Die Polizei prüft nun alte Sachverhalte erneut.

Foto: Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord

Stendal/Magdeburg.  Im Fall der seit einem Jahr vermissten Inga aus Sachsen-Anhalt prüfen und bewerten die Ermittler bekannte Sachverhalte aktuell erneut. „Was wir schon einmal bearbeitet haben, bearbeiten wir nochmal“, sagte Mike von Hoff von der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord. Zudem sucht die Polizei mit drei neuen Fahndungsfotos, die unserer Redaktion vorliegen.

Sieben Beamte arbeiten derzeit in der Ermittlergruppe „Wald“. Großangelegte Suchaktionen nach dem kleinen Mädchen werde es erst wieder geben, wenn es dafür einen konkreten Anlass gibt, heißt es. Die aktuelle Suche ist eine nach innen gekehrte. „Die Fahndungssache steht im Vordergrund“, sagte von Hoff. Die damals fünf Jahre alte Inga war am 2. Mai 2015 in einem Waldstück bei Stendal in Sachsen-Anhalt spurlos verschwunden.

Inga verschwand, als sie Holz für ein Lagerfeuer sammeln wollte. Sie war mit ihren Eltern im Diakoniewerk Wilhelmshof zu Besuch. Bei den Menschen dort wirkt das Geschehen bis heute nach, sagt ein Sprecher der Stadt Stendal, zu der der Ortsteil Wilhelmshof gehört. „Insbesondere für die Mitglieder unserer Feuerwehren, und der anderen freiwilligen Helfer bei der Suche nach dem Kind, ist dieser Tag noch gegenwärtig“, heißt es in einer Erklärung. Und: „Es ist zu begrüßen, dass die Ermittlungen der Kriminalpolizei unablässig weiter geführt werden.“

In den ersten fünf Wochen nach Ingas Verschwinden erreichten rund 1000 Hinweise aus der Bevölkerung die Ermittler. Eine heiße Spur war nicht dabei. Polizisten durchkämmte in engen Ketten Waldstücke. Hunde und Hubschrauber kamen zum Einsatz, sogar Hellseher schalteten sich ein. Die Suche gipfelte in einer Plakataktion, TV-Aufrufen und einer Suchseite im Internet. „Die Seite bleibt online, bis der Fall geklärt ist“, sagt Lars Bruhns, Vereinsvorsitzender der Initiative Vermisste Kinder aus Hamburg. Die Seite www.woistinga.de wurde anfangs von Hunderttausenden Internetnutzern angeklickt. Jetzt, sagt Bruhns, sei man „im niedrigen Bereich“.

Und obwohl laut von Hoff nur noch kaum neue Hinweise auf Inga eingehen: „Es ist wichtig, die Menschen immer wieder an das Kind mit den blauen Augen, den langen Zöpfen und der großen Zahnlücke zu erinnern.“

Laut BKA wurden von den 6297 im Jahresverlauf 2015 als vermisst gemeldeten Kindern 5554 bis zum Stichtag 6. April wiedergefunden. An diesem Tag waren in Deutschland, gerechnet ab 3. März 1951, insgesamt 1714 ungeklärte Fälle zu vermissten Kindern in der Statistik.

In Sachsen-Anhalt werden laut Landeskriminalamt (LKA) mit Stichtag 21. April neun Kinder länger als ein Jahr vermisst. „Inga würde ab dem 3. Mai der zehnte Fall sein“, sagt LKA-Sprecher Andreas von Koß. (dpa/les)