Virus

WHO fürchtet Tausende durch Zika geschädigte Babys

Das Baby der Brasilianerin Josemary da Silva (Foto) kam mit der Schädelfehlbildung Mikrozephalie zur Welt. Es wird vermutet, dass diese Fehlbildung durch das Zika-Virus ausgelöst wird. Die Weltgesundheitsorganisation fürchtet, dass es noch viele Kinder treffen wird.

Das Baby der Brasilianerin Josemary da Silva (Foto) kam mit der Schädelfehlbildung Mikrozephalie zur Welt. Es wird vermutet, dass diese Fehlbildung durch das Zika-Virus ausgelöst wird. Die Weltgesundheitsorganisation fürchtet, dass es noch viele Kinder treffen wird.

Foto: RICARDO MORAES / REUTERS

Das Zika-Virus breitet sich immer weiter aus. Die Weltgesundheitsorganisation beklagt, dass für eine effektive Bekämpfung Geld fehlt.

Genf.  Angesichts der raschen Ausbreitung der Zika-Viren erhält die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach eigenen Angaben viel zu wenig Geld für eine effektive Bekämpfung. Nur 3 von den benötigten 65 Millionen Dollar (59 Millionen Euro) stünden ihr zur Verfügung. „Ich weiß nicht, wie lange wir noch so weitermachen können“, sagte WHO-Direktorin Margaret Chan am Dienstagnachmittag in Genf. Über die Hälfte der Weltbevölkerung lebe an Orten, wo die Zika-übertragende Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) vorkomme.

Währenddessen fürchtet die WHO, dass das von Mücken und Geschlechtsverkehr übertragene Zika-Virus in Lateinamerika zu Tausenden neuen Fällen von neurologischen Störungen bei Babys führen könne, sagte WHO-Experte Christopher Dye. Zika-Viren stehen im Verdacht, über Infektionen von Schwangeren den Ungeborenen zu schaden und insbesondere die Schädelfehlbildung Mikrozephalie auszulösen. Diese führt häufig zu Entwicklungsverzögerungen und geistigen Beeinträchtigungen. Chan forderte daher Regierungen dazu auf, ihre Gesundheitssysteme auf die Versorgung dieser Kinder vorbereiten.

Laut WHO gibt es im Nordosten Brasiliens allein 6480 Verdachtsfälle von Schädelfehlbildungen. In rund einem Drittel der 2212 untersuchten Mikrozephalie-Verdachtsfällen war bei den Müttern eine Ansteckung mit Zika nachgewiesen worden.

Zika-Übertragungen wurden seit 2007 in rund 60 Ländern registriert. Am Dienstag wurde der erste importierte Zika-Fall in Südkorea bekannt. Der Patient war zuvor in Brasilien gewesen. Das tropische Virus hat sich in den vergangenen Monaten rasend schnell vor allem in Lateinamerika ausgebreitet. (dpa)

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