Premiere

Frauen-Crew darf Flugzeug fliegen, aber kein Auto fahren

Die erste weibliche Crew hat einen Flieger von Brunei nach Saudi-Arabien geflogen – in ein Land, in dem Frauen kein Auto fahren dürfen.

Das ist die erste weibliche Crew, die mit einem Passagierflugzeug in Saudi-Arabien gelandet ist.

Das ist die erste weibliche Crew, die mit einem Passagierflugzeug in Saudi-Arabien gelandet ist.

Foto: Royal Brunei Airways / Handout / dpa

Berlin.  Sie durften ein Passagierflugzeug dort landen, aber sich dann nicht hinters Steuer eines Autos setzen: Die erste rein weibliche Cockpit-Crew der Royal Brunei Airlines hat Passagiere von Brunei nach Jeddah in Saudi Arabien geflogen. Eine Premiere für die Monarchie in Vorderasien, aber auch für die Pilotin Sharifa Czarena sowie ihre beiden Flugoffizierinnen Nadiah Pg Khashiem und Sariana NordinSurainy.

Das Foto zieht nun Kreise, obwohl der Flug bereits am 23. Februar anlässlich des Nationalfeiertags von Brunei stattfand. Die Fluggesellschaft „Royal Brunei“ teilte auf ihrer Facebook-Seite ein Foto von der lächelnden Crew im Cockpit einer Boeing 787 Dreamliner. Das Besondere daran: Die drei Frauen landeten mit dem Flieger in Saudi-Arabien – einem Land, in dem Frauen Autos nicht lenken und sie nur auf dem Beifahrersitz mitfahren dürfen.

Erste Flugkapitänin in Südostasien

Sharifa Czarena bekam laut der britischen Zeitung „Independent“ vor mehr als drei Jahren die Lizenz als erste Flugkapitänin Südostasiens. Damals sagte sie der „Brunei Times“: „Als Frau, besonders als Frau aus Brunei, ist das ein so großer Fortschritt.“ Es sei wichtig, Mädchen der jüngeren Generation zu zeigen, dass sie alles erreichen können, was sie wollen. Doch noch mehr Frauen sollen eine Chance in der Arbeitswelt bekommen. So fordert Royal Brunei Airlines explizit Frauen dazu auf, sich zu Ingenieurinnen ausbilden zu lassen.

Das Foto der drei Muslima im Flugzeug-Cockpit unterstreicht die Unterschiede zwischen den beiden muslimischen Ländern. In Saudi-Arabien gelten für Frauen immer noch strikte Restriktionen. Doch auch hier wird der Protest immer größer und formiert sich in den sozialen Netzwerken. Die Kampagne „Support #Women2Drive“ fordert auf Facebook Frauen auf, Fotos von sich hinterm Steuer zu posten. Mehr als 18.000 Menschen haben bisher die Seite geliked.