Atomkatastrophe

Wie die Explosion von Fukushima Deutschland veränderte

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Jakob Schlandt
Nach dem Tsunami kam es im Atomkraftwerk von Fukushima zu mehreren Explosionen – und zur Kernschmelze in drei Blöcken des Reaktors.]

Nach dem Tsunami kam es im Atomkraftwerk von Fukushima zu mehreren Explosionen – und zur Kernschmelze in drei Blöcken des Reaktors.]

Foto: dpa Picture-Alliance / Abc Tv / picture alliance / dpa

Die Atomkatastrophe in Fukushima führte vor fünf Jahren zum beschleunigten Atomausstieg. Doch die Energiewende steht erst am Anfang.

Berlin.  Die Bilder waren übermächtig: In den Tagen nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami am 11. März 2011 ereignen sich im Kernkraftwerk Fuku­shima mehrere schwere Explosionen. Später stellt sich heraus, dass es in drei Kraftwerksblöcken zu Kernschmelzen gekommen ist, weil die Flutwelle das Notkühlsystem außer Kraft gesetzt hat.

In Deutschland handelt die Bundesregierung angesichts der Katastrophe in Fernost sofort: Schon am 14. März beschließt das Kabinett von Angela Merkel (CDU), die acht ältesten deutschen Atommeiler innerhalb weniger Tage vom Netz nehmen zu lassen. Im Juni folgt ein Gesetz, das die im Jahr zuvor verlängerten Laufzeiten für die restlichen neun moderneren Anlagen stark verkürzt. Fünf Jahre beschleunigter Atomausstieg – eine Zwischenbilanz.

Welche Kernkraftwerke sind noch am Netz? Derzeit sind noch acht Kraftwerksblöcke in Betrieb, davon drei in Bayern und zwei in Baden-Württemberg. Als Erste moderner Bauart ist vorigen Sommer die Anlage im bayerischen Grafenrheinfeld abgeschaltet worden. 2017 und 2019 muss jeweils ein weiteres Kraftwerk vom Netz, 2021 und 2022 jeweils drei.