Spendenrekord

Deutsche spenden mit 5,5 Milliarden Euro mehr denn je

Das Erdbeben in Nepal und die anhaltende Flüchtlingskrise führten aus Sicht von Marktforschern zu einem Spendenrekord in Deutschland.

Im vergangenen Jahr griffen die Deutschen für Spenden so tief in die Tasche wie nie zuvor.

Im vergangenen Jahr griffen die Deutschen für Spenden so tief in die Tasche wie nie zuvor.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Berlin.  Die Deutschen haben im vergangenen Jahr laut einer Studie so viel gespendet wie nie zuvor. 5,5 Milliarden Euro gingen an Kirchen oder gemeinnützige Organisationen. Das waren fast zwölf Prozent mehr als im Vorjahr und bedeutet einen Spendenrekord, wie die am Dienstag in Berlin vorgestellte „Bilanz des Helfens“ des Deutschen Spendenrates zeigt.

„Sicher ist das Plus auch durch die Flüchtlingskrise bedingt“, sagte Marktforscherin Gertrud Bohrer von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Das Erdbeben in Nepal vom Mai sei ein weiterer wichtiger Spendengrund gewesen.

Weniger Spenden für Umwelt- und Naturschutz

Mit zusätzlichen rund 500 Millionen Euro gab es in der humanitären Hilfe den stärksten Zuwachs. Auch für Sport (21 Millionen) und Tierschutz (10 Millionen) gaben die Deutschen mehr Geld aus als im Vorjahr. Weniger Spenden gingen an den Umwelt- und Naturschutz (19 Millionen) sowie die Kultur- und Denkmalpflege (11 Millionen Euro).

Laut GfK hat sich 2015 fast die Hälfte der Deutschen (47 Prozent) für Flüchtlinge engagiert. Gut jeder Dritte (34 Prozent) gab Sachspenden, 13 Prozent spendeten Geld oder engagierten sich ehrenamtlich. Die Studie zum privaten Spendenaufkommen wurde von der Gesellschaft für Konsumforschung erstellt. Sie basiert auf einer schriftlichen Befragung von 10.000 Menschen. (dpa)

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