Razzia

Klinik-Mitarbeiter soll illegal mit Drogen gehandelt haben

Die Polizei hat einen Mitarbeiter der Bonner Uni-Klinik festgenommen. Er soll unter dem Decknamen „Oxywhite“ Drogen verkauft haben.

Unter dem Decknamen „Oxywhite“ soll ein Mitarbeiter der Bonner Uni-Klinik Medikamente und Drogen über das Internet verkauft haben.

Unter dem Decknamen „Oxywhite“ soll ein Mitarbeiter der Bonner Uni-Klinik Medikamente und Drogen über das Internet verkauft haben.

Foto: Patrick Seeger / dpa

Bonn.  Die Polizei hat einen Mitarbeiter der Bonner Uni-Klinik nach einer großangelegten Drogenrazzia festgenommen. Gegen den 29-Jährigen wurde am Sonntag Haftbefehl erlassen, wie die Staatsanwaltschaft in Verden (Niedersachsen) am Sonntag mitteilte. Dem Mann wird illegaler Handel mit Drogen und Medikamenten über das Internet vorgeworfen.

Fahnder der Polizei hatten mit Unterstützung von Spezialkräften am Freitagabend eine Razzia im Rheinland durchgeführt. Dabei wurden Räume der Uni-Klinik in Bonn sowie die Wohnung des Verdächtigen in St. Augustin durchsucht. Insgesamt wurden mehr als 2,65 Kilogramm Amphetamine sowie jede Menge Utensilien zum Wiegen, Verpacken und Versenden beschlagnahmt.

Unter dem Decknamen „Oxywhite“ aktiv

Der Verdächtige selbst ging den Fahndern einen Tag später ins Netz. Die Ermittlungen führt eine Spezialstelle für Cyberkriminalität in Verden. Im Internet soll der Mann laut Staatsanwaltschaft unter dem Decknamen „Oxywhite“ agiert haben. Eine wichtige Rolle bei der Abwicklung der Geschäfte spielte offenbar eine Paketstation an der Bonner Uniklinik.

Der Name „Oxywhite“ ist laut einem Bericht von „Spiegel Online“ auch in den Fokus von Ermittlern in Baden-Württemberg geraten. Hintergrund ist der Fall eines bereits verhafteten mutmaßlichen Waffenhändlers, der verdächtigt wird, kurz vor den Anschlägen von Paris vier Sturmgewehre an eine dortige Lieferadresse geschickt zu haben. Auf seinem Computer hätten die Ermittler die Bestellung einer halbautomatischen Waffe gefunden, die an eine Packstation in Bonn habe geliefert werden sollen. Der Besteller habe sich im Netz ebenfalls „Oxywhite“ genannt.

Ob es sich bei dem Mann aus St. Augustin um denselben „Oxywhite“ handelt, müssten die weiteren Ermittlungen zeigen, sagte der Sprecher der Verdener Staatsanwaltschaft, Lutz Gaebel. Die Durchsuchung im Rheinland habe jedoch keinerlei Hinweise ergeben auf einen Zusammenhang mit terroristischen Aktivitäten oder Waffenhandel. (dpa)

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