Gesangswettbewerb

Wer statt Naidoo für Deutschland beim ESC antreten könnte

Xavier Naidoo fährt nicht zum Eurovision Song Contest. Wer seine Nachfolge antritt, ist offen. Wir hätten da einige Vorschläge.

Die ARD wollte Xavier Naidoo zum ESC nach Schweden schicken, machte aber doch einen Rückzieher. Nun ist offen, wer für Deutschland antreten wird.

Die ARD wollte Xavier Naidoo zum ESC nach Schweden schicken, machte aber doch einen Rückzieher. Nun ist offen, wer für Deutschland antreten wird.

Foto: Uwe Anspach / dpa

Berlin.  Xavier Naidoo sollte für Deutschland beim Eurovision Song Contest antreten. Das zumindest wollte der NDR und entschied es – ganz ohne einen Vorentscheid. Der Plan stieß auf wenig Gegenliebe. Medien und Musikliebhaber gingen auf die Barrikaden und forderten den Rücktritt des Musikers, vor allem in sozialen Netzwerken. Mit so viel Widerstand hatte die Verantwortlichen nicht gerechnet. Sie zogen ihre Konsequenzen und teilten am vergangenen Wochenende mit, dass Naidoo doch nicht zum ESC nach Stockholm fahren wird. Man würde sich stattdessen schnellstmöglich um einen anderen Kandidaten bemühen.

Ein Alternative wurde schon genannt: die Punkband Die Kassierer. Über 30.000 Unterstützer hat eine entsprechende Initiative mittlerweile gefunden. Die Musiker haben sich jetzt sogar mit einer offiziellen Bewerbung an die Verantwortlichen gerichtet. Falls die ARD sich dennoch nach weiteren Kandidaten umsehen möchte, haben wir ein paar Vorschläge parat.

Wäre Helene Fischer die Richtige?

Der Eurovision Song Contest wartete einst vor allem mit Schlagermusik auf. Das war zu Zeiten, als der Wettbewerb noch den Namen Grand Prix Eurovision de la Chanson trug und das Regelwerk den Gesang in der jeweiligen Landessprache vorsah. Das ist inzwischen anders. Aktuell ist der Schlager in Deutschland aber wieder beliebt wie selten. Helene Fischer zählt zu den erfolgreichsten Künstlerinnen des Landes und könnte auch beim ESC eine gute Figur machen. Denn wie hinlänglich bekannt ist, zählt beim Song Contest nicht nur die Stimme. Auch die Optik und eine ausgefallene Bühnenshow sind nicht unwichtig. Fischer hätte da einiges im Repertoire: Knappe Kleider gepaart mir akrobatischen Fähigkeiten.

Ebenfalls denkbar: Sarah Connor. Seit ihrer Teilnahme an der VOX-Sendung „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ ist die Sängerin wieder in aller Munde. Nicht ganz unbeteiligt daran ist Xavier Naidoo. Er ist immerhin der Gastgeber des Formats und gab der Sängerin den entscheidenden Schubs in Richtung deutsche Musik.

Mit Pandamaske an die Spitze

Aber auch Gregor Meyle könnte beim ESC sein Glück versuchen. Er durchlief ebenfalls die „Sing meinen Song“-Schmiede von Naidoo und ist seitdem in Deutschland sehr erfolgreich. Und noch viel interessanter: Seine Anfänge hatte Meyle bei Stefan Raab. Mit ihm könnte beim ESC also nach dessen TV-Rückzug wieder ein wenig „raabscher“ Charme einziehen.

Eine weitere Möglichkeit: Rapper Cro. Warum? Weil es mal etwas anderes wäre. Und einfach jeder ein Herz für niedliche Tiere hat. Selbst wenn sie nur in Form einer Pandamaske daherkommen.

The BossHoss wären ebenfalls eine Alternative für den Eurovision Song Contest. Die Cowboys könnten für Stimmung sorgen – sowohl mit ihrer Musik als auch mit ihrer Show. Das ESC-Publikum liebt bekanntermaßen die nicht ganz gewöhnlichen Künstler. Und 2006 konnte sich mit Texas Lightning schon einmal eine Country-Truppe das Ticket für den ESC sichern. Allerdings ergatterte die Band damals nur den 15. Platz.

Mallorca-Feeling beim ESC

Wenn die ARD aber nicht auf Country steht, wäre auch Andreas Bourani denkbar. Er hat immerhin schon zum Fußball-Sommermärchen 2014 seinen Beitrag geleistet. Auf der Beliebtheitsskala ist er damit weit nach oben geklettert.

Ein bisschen mehr Spaß hätten die Zuschauer wohl mit Die Atzen. Sie würden mit ihren Songs ein wenig Mallorca-Feeling nach Stockholm bringen. Und was am Ballermann funktioniert, könnte ja auch das Publikum beim Song Contest begeistern.

Ein Kandidat hatte sich schon im vergangenen Jahr mit einer Bewerbung an die ARD gerichtet, wurde aber nicht berücksichtigt: Menderes. Der „Deutschland sucht den Superstar“-Dauerkandidat ist mittlerweile selbst in Dieter Bohlens Gunst gestiegen. Vielleicht könnte er auch die ESC-Fachjury und die Zuschauer überzeugen. Die Chancen dafür stehen allerdings denkbar schlecht.

Faire Abstimmung erwünscht

Und wenn gar nichts mehr geht, wäre da ja noch Stefan Raab höchstpersönlich. Ende des Jahres geht er in TV-Rente. Zeit hat er dann genug. Ein Song für den ESC wäre sicher eine nette Ablenkung vom Nichtstun.

Was den Zuschauern aber wohl bei aller musikalischer Vielfalt am wichtigsten ist: eine faire Abstimmung aus einem breiten Angebot – und keine ESC-Diktatur durch die ARD. Dann klappt es vielleicht auch wieder mit den „twelve Points“ für Deutschland.