Eurovision Songcontest

Schweiger nennt Medienkritik an Naidoo Form des Terrorismus

Als bekannt wurde, dass Xavier Naidoo Deutschland beim ESC vertreten soll, gab es viel Kritik. Jetzt verteidigen Prominente den Sänger.

Schauspieler-Regisseur Til Schweiger sagt gerne laut und deutlich seine Meinung – und ist mal wieder nicht gut auf die deutschen Medien zu sprechen.

Schauspieler-Regisseur Til Schweiger sagt gerne laut und deutlich seine Meinung – und ist mal wieder nicht gut auf die deutschen Medien zu sprechen.

Foto: Sean Gallup / Getty Images for GQ

Berlin.  Xavier Naidoo als deutscher Kandidat beim Eurovision Songcontest: Die einsame Entscheidung der Verantwortlichen beim Norddeutschen Rundfunk (NDR), die vor einigen Tagen öffentlich wurde, hat sehr viel Kritik ausgelöst. An dem Verfahren an sich, vor allem aber auch an Xavier Naidoo selbst, denn der Sänger hat in der Vergangenheit mit seinen Ansichten und politischen Aussagen viele irritiert.

Comedian Michael Mittermeier sprang dem Künstler, mit dem er im Rahmen der „Alive and Swingin’“-Konzerte auftritt, auf Facebook zur Seite. Unter einem Foto, das Mittermeier und Naidoo mit den Sängern Rea Garvey und Sasha zeigt (sie gehören ebenfalls zur Swing-Konzert-Truppe), zeigte sich der 49-Jährige schockiert ob der Kritik an seinem Freund. „Was Ihr da draußen meinem Freund und Herzensbruder Xavier antut, das tut Ihr auch mir an!“, schreibt Mittermeier. „Es ist unglaublich mit welcher Hetze Xavier durch die Presse getrieben wird, weil er nun für uns beim ESC antreten soll.“ Der Komiker meint, Journalisten sollten sich schämen, „ein paar Zitate“ zu wiederholen, die „aus jeglichem Zusammenhang gerissen“ seien.

Michael Mittermeier verteidigt seinen „Herzensbruder“ Xavier Naidoo

Mittermeier spielt damit offenbar auch auf Berichte darüber an, dass Naidoo 2014 bei einer Kundgebung der sogenannten „Reichsbürger“ aufgetreten war, einer vom Verfassungsschutz beobachteten Gruppierung, die Deutschland als Staat nicht anerkennt. Bei seinem Auftritt hatte der 44-Jährige Naidoo erklärt, Deutschland sei kein freies Land, sondern sei immer noch von den USA besetzt. Es war nicht das erste Mal, dass er sich so geäußert hatte.

Erklärungen für die angeblich aus dem Zusammenhang gerissenen Zitate liefert Mittermeier in seinem Posting auf Facebook nicht, sondern schloss mit dieser Aussage: „Ihr müsst ihn nicht mögen, aber Ihr habt auch nicht das Recht ihn zu hassen, wenn Ihr ihn nicht wirklich kennt... Wir stehen für Liebe, Menschen und Toleranz, für was steht Ihr?“

Til Schweiger hält auf Facebook emotionales Plädoyer für Xavier Naidoo

Für seine Verteidigung Naidoos hat Mittermeier nicht nur sehr schnell Zehntausende Likes bekommen, sondern auch Zuspruch von einem anderen Prominenten, der immer mal wieder durch emotionale öffentliche Ausbrüche auffällt: Schauspieler, Regisseur und Filmproduzent Til Schweiger.

„Lieber Michael“, schreibt Schweiger ebenfalls auf Facebook, „deinem Text kann man eigentlich nichts mehr hinzufügen...außer vielleicht, dass auch ich erschüttert bin, wie hier mit einem der größten deutschen Sänger, der auch als Mensch einer der liebsten, lustigsten und gutmütigsten Menschen im Showbusiness ist, die ich kenne, umgegangen wird.“ Schweiger fragt sich und seine Facebook-Freunde, woher dieser „Hass“ und „die Lust zu zerstören“ komme. Und meint: „Was hier gerade von sogenannten Leitmedien abgezogen wird, das ist eine Form von Terrorismus!“ Xavier Naidoo gehöre nicht zu den vielen „Nazis“ und „Schwulenhassern“ in Deutschland, schreibt Schweiger, um dann neben der Medienschelte auch über Politiker zu schimpfen: „Und wieso schalten sich jetzt auch noch Politiker ein (egal von welcher Partei)?! Haben wir im Moment, ein paar Tage nach Paris, Hannover und Mali keine anderen Probleme!? Gute Nacht Deutschland!“

Was sowohl Mittermeier als auch Schweiger nicht ansprechen, ist die Tatsache, dass nicht nur in den herkömmlichen Medien Kritik laut wurde. In Sozialen Netzwerken äußerten sich viele Menschen abfällig und verständnislos über die Entscheidung, Naidoo im Mai 2016 zum Eurovision Song Contest nach Stockholm zu schicken.