Tödliche Selfies

Selfie-Versuche töten öfter als Haiangriffe

Blogs, Posts, Tweets - Die Online-Veröffentlichungen scheinen harmlos. Doch offensichtlich enden viele Selfies tödlich.

Immer beliebter: Ein Selfie vor einem gefährlichen Hintergrund

Immer beliebter: Ein Selfie vor einem gefährlichen Hintergrund

Foto: Mohamed Azakir / Reuters

Millionen Selfies schwirren durchs Netz. Bilder, die Menschen mit ihrem Smartphone von sich selbst aufgenommen haben. „Ich fotografiere mich, also bin ich“, so könnte die Losung lauten. Doch was so ungefährlich klingt, hatte in letzter Zeit immer wieder erschreckende Folgen. 2015 sollen bislang mehr Menschen durch den Versuch, ein wagemutiges Selfie aufzunehmen, gestorben sein, als durch einen Haiangriff. Laut dem Online-Magazin „Mashable“ sollen zwölf Todesfälle auf dem Versuch eines Selbstporträts mit dem Smartphone gründen. Acht Menschen seien hingegen durch eine Hai-Attacke ums Leben gekommen.

Gierig nach Likes bei Social-Media-Portalen brillieren Selfie-Liebhaber mit zahlreiche Ideen. Als Symbol für Mut, Fernweh und die Unzertrennlichkeit zwischen Freunden erweist sich das Gleisbett wohl als der ideale Hintergrund. Manch anderer möchte neben Mut auch Ausdauer zeigen. Das kann manchmal tragisch enden: Vier Menschen sind laut „Mashabel“ bei der Fotoaufnahme von einer Anhöhe hinabgestürzt. Eine 24-jährige Australierin stürzte in den 700 Meter tiefen Abgrund der Trolltunga in Norwegen, weil sie einer Touristengruppe auswich, die ein Foto machen wollte. Der Waterton Canyon Park musste seine Türen schließen, da viele Besucher den perfekten Schnappschuss mit einem Bären machen wollten. Ein 19-Jähriger erschoss sich wohl versehentlich beim Posieren mit der Waffe, wie US-Medien berichteten. Der Mann habe gedacht, die Waffe sei nicht geladen.

Auf diese ebenso skurrile wie dramatische Entwicklung reagiert die russische Regierung mit der Kampagne „A cool selfie could cost your life“ (ein cooles Selfie kann ihr Leben kosten). Sie warnt vor Selfies auf Booten, mit Raubtieren, Waffen und Hausdächern sowie Zügen und Klippen. Und auch weitere öffentliche Einrichtungen reagieren auf den Negativ-Trend: Sie verbieten Selfies auf ihrem Gelände.