Nazi-Zug

Angebliche Finder des Nazi-Zugs outen sich

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Schon jetzt eine Touristenattraktion - In einem unterirdischen Versteck zwischen den Kilometerpunkten 60 und 65 wird ein deutscher Panzerzug aus dem Zweiten Weltkrieg in etwa 70 Metern Tiefe vermutet

Schon jetzt eine Touristenattraktion - In einem unterirdischen Versteck zwischen den Kilometerpunkten 60 und 65 wird ein deutscher Panzerzug aus dem Zweiten Weltkrieg in etwa 70 Metern Tiefe vermutet

Foto: Arno Burgi / dpa

Zwei Männer behaupten, sie besäßen Beweise für die Existenz des „Nazi-Zugs“. Sie geben Hinweise.

Zwei Männer haben sich beim polnischen Fernsehsender TVP als angebliche Finder eines deutschen Panzerzuges aus dem Zweiten Weltkrieg präsentiert. In der Nachrichtensendung „Panorama“ lasen Piotr Koper und Andreas Richter aus dem niederschlesischen Walbrzych am Freitag eine von ihren Anwälten verfasste Erklärung vor. „Wir besitzen Beweise für seine Existenz“, sagten sie über den Zug. Sie seien zur Zusammenarbeit mit dem Verteidigungsministerium bereit.

Gerade erst nahm eine Gruppe von 15 Soldaten den angeblichen Fundort des „Nazi-Zugs“ an der Bahnstrecke zwischen Breslau (Wroclaw) und Walbrzych in Niederschlesien in Augenschein.

„Der Zug ist doch bloß eine Ente“

Bei weitem nicht alle sind davon überzeugt, dass es wirklich einen Zug gibt. Nach einer Sitzung des Währungsrates fragten aufgeregte Journalisten vor einigen Tagen Nationalbankchef Marek Belka, ob die erhofften Goldfunde zur Zahlung polnischer Staatsschulden verwendet würden. Belka war einen Moment sprachlos. „Der Zug ist doch bloß eine Ente“, meinte er kopfschüttelnd.

Das allerdings will in Walbrzych ganz bestimmt niemand hören - schon jetzt ist der touristische Werbeeffekt groß. Es wird bereits über die Zukunft des Zuges beraten, sollte er erst einmal freigelegt sein. Auf jeden Fall solle er in der Region bleiben, forderte der Chef der Breslauer Bezirksverwaltung schon mal vorsorglich.

„Der Zug sollte als Touristenattraktion in Niederschlesien bleiben“, meinen auch Koper und Richter, die sich beim Fernsehsender TVP als Finder-Duo präsentierten. In einer von Anwälten verfassten Erklärung stellten sie sich als gründlich missverstanden dar.

Hinweise auf den Fundort

Niemals hätten sie die Informationen über den Fundort von einem zehnprozentigen Finderlohn abhängig gemacht, zu Unrecht würden sie als habgierig beschrieben. „Wir haben überlegt, einen bedeutenden Teil in die Einrichtung eines Museums über diese Entdeckung zu investieren.“

Und überhaupt: So eine Schatzsuche sei alles andere als billig - auch wenn Koper im Fernsehinterview von „Sponsoren“ sprach. Der Zug müsse nicht einmal auf Staatskosten zutage gefördert werden. Ihrer Meinung nach sei der Zug nicht vermint, widersprachen die Männer entsprechenden Gerüchten. Er befinde sich auch nicht in einem Tunnel der Bergbauregion, sondern sei verschüttet worden. Allerdings, so das Duo weiter: Der vermutete Fundort am Kilometerpunkt 65 der Bahnlinie, der stimme.

Solche Details hin oder her, die grau-triste Bergbaustadt Walbrzych und die Betreiber des für etwas Glanz sorgenden Schloss Fürstenstein hoffen vor allem auf einen Touristenboom. Auch internationale Medienvertreter wurden schon viele durch die Tunnel von Walbrzych geschleust. Ein Breslauer Rundfunksender brachte es auf den Punkt: „Der Zug ist für die Stadt kostenlose Reklame“.

( dpa/joe )

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