WASHINGTON –

„New Horizons“ entdeckt Nebel auf dem Pluto

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Die Raumsonde schickt immer neue Fotos zur Erde. Die Nasa-Wissenschaftler sind perplex

WASHINGTON –.  Die Nasa-Sonde „New Horizons“ hat Nebel auf dem Zwerg- planeten Pluto entdeckt. Ein neues Foto zeige sogar zwei dichte Nebel- schichten, teilten Nasa-Wissenschaft- ler bei einer Pressekonferenz am Frei- tag (Ortszeit) in Washington mit. „Mir stand der Mund offen, als ich dieses Foto gesehen habe“, sagte Missionslei- ter Alan Stern. Die eine Nebelschicht liege rund 80 Kilometer über dem Zwergplaneten, die andere rund 50 Ki- lometer. In 130 Kilometer Höhe gebe es vereinzelt sogar auch noch Nebelfel- der, dabei hatten Wissenschaftler eigentlich gedacht, dass es in mehr als 30 Kilometer Höhe über dem Pluto schon zu warm für Nebel sein müsste. „Wir brauchen ein paar neue Ideen, um herauszufinden, was da los ist“, sagte Nasa-Forscher Michael Summers.

Zuvor hatte „New Horizons“ bereits eine große eisige Fläche auf dem Zwergplaneten entdeckt. Die Oberflä- che der Ebene erinnere auf den ersten Blick an gefrorenen Schlamm, hieß es vonseiten der Nasa. Sie ist nach ersten Einschätzungen der Forscher wahr- scheinlich noch keine 100 Millionen Jahre alt und wird wahrscheinlich im- mer noch von geologischen Kräften ge- formt. Auf der Ebene waren Schlieren zu sehen, die möglicherweise vom Wind stammen könnten.

Nach mehr als neun Jahren und fünf Milliarden Kilometern war „New Hori- zons“ am Dienstag als erster irdischer Flugkörper am Pluto vorbeigeflogen und hatte ihn mit sieben wissenschaft- lichen Instrumenten untersucht. Bis al- le beim Vorbeiflug aufgenommenen Daten und Fotos zur Erde geschickt sind, wird es noch 16 Monate dauern. Nasa-Wissenschaftler zeigten sich aber schon jetzt begeistert von den ersten Entdeckungen. „Mit dem Vorbeiflug ist eine fast ein Jahrzehnt lange Reise zu Ende gegangen – aber der wissen- schaftliche Ertrag beginnt gerade erst“, sagte Nasa-Manager Jim Green. „Die Daten von „New Horizons“ werden die Wissenschaft noch für Jah- re befeuern.“ Die bisherigen Erkennt- nisse seien nur der Anfang, sagte sein Kollege Alan Stern. „Es scheint jetzt schon klar, dass bei der Ersterkundung des Sonnensystems das Beste für den Schluss aufgehoben worden ist.“ Pluto ist eine Art Eiszwerg, wie sie zu Zigtausenden bei der Entstehung des Sonnensystems übrig geblieben sind und seitdem den Kuipergürtel bil- den. Mit einem Durchmesser von rund 2300 Kilometern ist er kleiner als der Mond der Erde (3500 Kilometer). Plu- to, benannt nach dem römischen Gott der Unterwelt, wurde vor 85 Jahren von dem US-Astronomen Clyde Tom- baugh entdeckt.

( dpa/rct )

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