Nach heftigen Unwettern in der Nacht zum Sonnabend, bei denen beim Musikfestival „Rock am Ring“ zahlreiche Menschen durch Blitzeinschläge verletzt wurden, beruhigt sich die Wetterlage allmählich. War in der Nacht der komplette Nordwesten von der Eifel bis zur Nordsee von starken Gewittern betroffen, so verlagerte sich die Gewitterlinie im Laufe des Tages in Richtung Nordosten und Südwesten.

Der Deutsche Wetterdienst hob aber seine amtliche Unwetterwarnung am Nachmittag wieder auf. Die Meteorologen erwarteten aber dennoch in mehreren Landesteilen zum Teil starke Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen um 70 Kilometer in der Stunde.

Doch wie entstehen eigentlich die schweren Gewitter mit seinen heftigen Blitzen?

Schwere Wärmegewitter mit böigem Wind und Starkregen sind von Juni bis August keine Seltenheit. Ein Gewitter entsteht, wenn stark unterschiedlich warme Luftmassen aufeinandertreffen oder in der Atmosphäre zwischen oben und unten besonders große Temperaturunterschiede bestehen. Die meist örtlich begrenzten Sommergewitter entstehen oft innerhalb weniger Minuten. Je größer die Hitze am Boden ist, umso heftiger sind sie in der Regel.

Feuchtwarme Luft steigt nach oben, kondensiert und bildet eine Gewitterwolke. In der Wolke baut sich ein immer größer werdendes elektrisches Spannungsfeld auf, das sich durch eine Art Kurzschluss – einen Blitz – wieder entlädt. Dazu breitet sich eine akustische Schockwelle aus – der Donner.

Schwere Gewitter werden oft von Sturm- oder Orkanböen, unwetterartigem Starkregen, Graupel oder Hagel begleitet. Die Hagelkörner bilden sich in der Gewitterwolke und fallen zu Boden, wenn sie eine bestimmte Größe erreicht haben. Die Eisklumpen haben einen Durchmesser von 5 bis 50 mm, in Extremfällen sogar über 10 cm.

Blitze in Echtzeit verfolgen

Auf der Internetseite LightningMaps.org kann man weltweit die Wetterlage beobachten. Nutzer können in Echtzeit verfolgen, wo zurzeit Blitze einschlagen. So kann man sich z.B. bis nach Berlin heranzoomen, um zu sehen, ob der eigene Kiez betroffen ist. Oder nachschauen, wie es zurzeit am Urlaubsort aussieht.

LightningMaps.org ist ein Service des Projektes Blitzortung.org. Blitzortung sammelt welweite Daten verschiedener Wetterstationen auf einem zentralen Server.

Auf LightningMaps werden diese globalen Daten dann auf verschiedenen Karten visualisiert. So können Nutzer das Wettergeschehen z.B. auch auf Satellitenbildern nachverfolgen.

mim mit dpa