Sheryl Sandberg

Hunderttausende trauern mit Facebook-Managerin um ihren Mann

Durch einen Unfall verlor Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg ihren Mann. Auf Facebook trauert sie um die „Option A“ - und inspieriert damit die Menschen.

Foto: Julie Jacobson / AP

Einen Monat nach dem plötzlichen Tod des US-Unternehmers David Goldberg hat dessen Ehefrau, die Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg, einen bewegenden Brief über ihre Trauer veröffentlicht. Im sozialen Netzwerk Facebook schrieb sie am Mittwoch (Ortszeit), die vergangenen 30 Tage hätten sich angefühlt wie 30 Jahre. „Ich bin 30 Jahre trauriger. Ich fühle mich, als wäre ich 30 Jahre weiser.“

Sie habe seitdem nicht nur gelernt, Hilfe anzunehmen und dankbar für scheinbar selbstverständliche Dinge zu sein, „so wie das Leben“, schrieb Sandberg. Zugleich habe sie auch ein tieferes Verständnis dafür entwickelt, „was es heißt, Mutter zu sein“. Gespürt habe sie das, als ihre Kinder weinten, aber auch durch die Verbindung zu ihrer eigenen Mutter. „Sie hat versucht, die Leere in meinem Bett zu füllen und hielt mich jede Nacht fest, bis ich mich in den Schlaf geweint hatte.“

„Ich will Dave. Ich will Option A.“

Der US-Technologieunternehmer Goldberg war am 1. Mai mit 47 Jahren nach einem Unfall in einem Fitnessstudio an einem Schädel-Hirn-Trauma gestorben. Der zweifache Vater war Chef des Onlineumfrageinstituts SurveyMonkey. Sandberg äußerte sich nun anlässlich des Endes von Scheloschim, einer Trauerphase von 30 Tagen im Judentum.

Ihren bewegenden Brief schloss die 45-Jährige mit einer Erinnerung an eine Vater-Kind-Veranstaltung, für die ein Freund von ihr einsprang. Sie habe geweint und gesagt: „Ich will Dave. Ich will Option A.“ Ihr Freund habe entgegnet: „Option A gibt es nicht. Lass uns das Beste aus Option B machen.“ Sie versprach dann an ihren verstorbenen Mann gerichtet, sie werde in Gedenken an ihn „alles dafür tun, um das Beste aus Option B herauszuholen“. „Aber ich trauere noch immer um Option A.“

Im Internet löste ihr Post eine riesige Welle der Anteilnahme aus. Ihr Beitrag erhielt mehr als 600.000 „Likes“, 43.000 Kommentar und wurde 256.000 mal geteilt. Als erster kondolierte Facebook-Chef Mark Zuckerberg mit den Worten: „Deine Fähigkeit, Bedeutung und Klarheit zu finden, ist sehr inspirierend. Du bist eine erstaunliche Person und wir sind alle hier bei Dir, um Dir dabei zu helfen, das Beste aus Option B herauszuholen“.