Eurojackpot

Rekord-Jackpot - Tipper haben Chance auf 90 Millionen Euro

Noch nie konnten deutsche Lottospieler so viel Geld gewinnen: In der Lotterie Eurojackpot geht es am Freitagabend um 90 Millionen Euro. Fragen und Antworten rund um den Rekord-Topf.

Um 90 Millionen Euro geht es am Freitag (zwischen 20 und 21 Uhr) in der Lotterie Eurojackpot. Nachdem zehnmal in Folge der Topf nicht geknackt worden war, haben Tipper aus 16 europäischen Ländern Chancen auf diese Rekord-Summe.

Für deutsche Lottospieler ging es in einer staatlichen Lotterie noch nie um einen höheren Betrag, wie Westlotto in Münster ankündigte. Die festgelegte Obergrenze ist seit dem 1. Mai erreicht. Jeder zusätzlich eingenommene Euro fließt jetzt in die Gewinnklasse 2, in der sich ein neuer Jackpot bildet.

Anders als beim deutschen Traditionsspiel Lotto 6 aus 49 können beim Eurojackpot Spieler aus 16 europäischen Ländern mitspielen. Um den Jackpot zu knacken, müssen 5 aus 50 sowie 2 aus 10 Zahlen richtig getippt werden. Die statistische Wahrscheinlichkeit, dies zu schaffen, liegt laut Westlotto bei 1 zu 95 Millionen.

Den Gewinn-Rekord hält seit September 2014 ein Finne mit 61,2 Millionen Euro. Der Rekordgewinn für einen deutschen Tipper liegt bei 58,7 Millionen Euro. Die Summe ging im Dezember 2014 nach Hessen.

Fragen und Antworten rund um den Eurojackpot:

Bis wann kann ich meinen Tippschein abgeben?

Online ist die letzte Chance für die Tippabgabe um 18.59 Uhr. Um 19 Uhr ist spätestens Schluss in den Annahmestellen. Je nach Bundesland aber gibt es Ausnahmen: In Thüringen gilt 18.59 Uhr, in Niedersachsen 18.50 Uhr, in Berlin, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Bremen 18.45 Uhr, in Mecklenburg-Vorpommern 18.30 Uhr.

Warum gibt es eine Obergrenze?

Für die 16 teilnehmenden europäischen Lotteriegesellschaften gelten staatliche Regeln. Sie haben den Auftrag der sogenannten Kanalisierung. Dabei soll der natürliche Spieltrieb der Bevölkerung in geordnete und überwachte Bahnen gelenkt werden und illegales Glücksspiel verhindert werden (Paragraf 1, Absatz 2, des deutschen Glücksspiel-Staatsvertrags). Der Eurojackpot soll deshalb möglichst attraktiv sein, darf aber auch kein Suchtpotenzial bieten. In Konkurrenz zu privaten Anbietern mit dreistelligen Millionen-Gewinnen darf er deshalb nicht treten.

Welche Tipps sind sinnvoll?

Mathematiker weisen darauf hin, dass Wahrscheinlichkeiten für bestimmte Zahlenkombinationen nicht von den Zahlen der Vorwoche oder von der eigenen Person („Jetzt bin ich aber mal dran“) abhängig sind. Bei jeder Ziehung ist Woche für Woche die Wahrscheinlichkeit für jede Zahlen-Kombination immer gleich groß. Um aber im Erfolgsfall den Gewinn nicht mit vielen anderen Tippern teilen zu müssen, raten Lotto-Experten zu untypischen Zahlen-Variationen, etwa jenseits von Geburtsdaten.

Was ist der Unterschied zum Samstags- und Mittwochslotto?

Bei der Lotterie 6 aus 49 wird nach der 13. Ziehung der Jackpot ausgeschüttet, wenn es keinen Gewinner in der Klasse 1 gibt. Der Gewinn wird an die Tipper verteilt, die sechs Richtige haben, denen aber die richtige Superzahl fehlt.

Was unterscheidet die beiden Spiele zusätzlich?

Eine Reihe beim Eurojackpot kostet 2 Euro und ist damit doppelt so teuer wie eine Tippreihe bei 6 aus 49. Die Gewinnwahrscheinlichkeiten sind unterschiedlich: Die Chance, den Eurojackpot zu knacken, liegt bei etwa 1 zu 95 Millionen. Bei 6 aus 49 liegt die Wahrscheinlichkeit, sechs Richtige zu tippen, bei 1 zu 13 Millionen. Wenn auch noch die richtige Zusatzzahl dabei sein soll, sinkt die Wahrscheinlichkeit auf 1:140 Millionen. Mathematiker halten Vergleiche allerdings für unseriös. Wer beim Eurojackpot hofft, ein geringeres Risiko einzugehen, seinen Einsatz zu verlieren, liegt zwar rein mathematisch richtig. Ob man aber aus 95 Millionen oder aus 140 Millionen Möglichkeiten die Richtige auswählt, macht wenig Unterschied.

Was passiert mit den Umsätzen?

In beiden Lotterien handelt es sich um staatlich kontrollierte Spiele. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen werden zum Beispiel rund 50 Prozent des Umsatzes an die Gewinner ausgeschüttet, 40 Prozent gehen an gemeinnützige Einrichtungen, die Kultur oder den Sport. Prominentes Beispiel: Mit Erlösen aus dem Glücksspiel wird der Erhalt des Weltkulturerbes Kölner Dom unterstützt. 10 Prozent setzt die Lotto-Gesellschaft für Marketing und Vertrieb ein. Diese Zahlen können je nach Bundesland variieren. Das gilt auch für die anderen 15 Länder, die neben Deutschland am Eurojackpot teilnehmen.