Seuche

Mit Ebola infizierter Arzt in Sierra Leone gestorben

Scheik Umar hat gegen die Ebola-Epidemie in seinem Heimatland Sierra Leone gekämpft, bis er selbst an dem Virus erkrankte. Jetzt starb der Arzt. Er sollte möglicherweise in Hamburg behandelt werden.

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Ein an Ebola erkrankter Arzt aus Sierra Leone, der möglicherweise in Deutschland hätte behandelt werden können, ist tot. Dr. Scheik Umar sei in einer Quarantänestation im Krankenhaus gestorben, teilte ein ranghoher Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden des Landes am Dienstag mit.

Umar engagierte sich stark im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in seiner Heimat. Dabei infizierte er sich selbst. Unbestätigten Berichten zufolge, könnte es sich bei einem Infizierten, für den eine Behandlung in Hamburg beantragt worden war, um Umar handeln.

Sierra Leone, Liberia und Guinea kämpfen seit dem Frühjahr gegen die sich immer weiter verbreitende Epidemie. Kürzlich trat auch ein Fall in Nigeria auf. Insgesamt hat die Weltgesundheitsorganisation bislang in der Region mehr als 670 Ebola-Tote registriert.

Ärzte und Krankenpfleger sind einem besonderen Infektionsrisiko ausgesetzt. Schon viele haben sich während der Arbeit angesteckt. Die meisten überlebten nicht.

Bereits vor wenigen Wochen war ein ugandischer Arzt in Liberia gestorben, am Wochenende erlag einer der führenden Mediziner des John F. Kennedy Medical Center in Monrovia der Krankheit. Auch zwei Amerikaner, die für eine Hilfsorganisation arbeiten, sind erkrankt.

Die bisher schwerste Ebola-Epidemie der Geschichte war im März in Guinea ausgebrochen und hatte sich schnell in die Nachbarländer Liberia und Sierra Leone ausgebreitet.

Ebola auch in Nigeria

Vor wenigen Tagen wurde ein erster Fall in Nigeria bekannt. Die Luftaufsichtsbehörde des Staates zog Konsequenzen. Sie untersagte der Airline ASky mit sofortiger Wirkung, Ziele in dem Land anzusteuern. In der vergangenen Woche war ein Liberianer mit Ebola-Symptomen mit einer ASky-Maschine nach Lagos gereist. Am Flughafen der größten Stadt Nigerias brach er zusammen und starb wenige Tage später in Quarantäne.

Das größte Problem bleibe weiterhin die Skepsis der Menschen gegenüber den Ärzten, sagte die Sprecherin des Roten Kreuzes in Afrika, Katherine Mueller, nach einem Besuch in Sierra Leone. Viele Menschen mit Ebola-Symptomen wendeten sich an traditionelle Heiler statt an die Gesundheitszentren. Auch blieben viele Westafrikaner der Auffassung, dass Ebola gar nicht existiert.

Es handelt sich um den ersten Ausbruch der Krankheit in Westafrika. Neuen WHO-Zahlen zufolge gab es bis zum 23. Juli insgesamt 1201 Fälle, 672 Menschen starben an der Seuche.

Ebola ist eine der tödlichsten und ansteckendsten Krankheiten der Welt. Es gibt kein Heilmittel. Das Virus löst eine infektiöse Fiebererkrankung aus, die von Blutungen begleitet wird. Mehr als die Hälfte der Infizierten stirbt.