Unwetter

Schwere Gewitter wirbeln Bahnverkehr durcheinander

Die zweite Nacht in Folge sind schwere Unwetter über Deutschland gezogen. Betroffen waren vor allem Niedersachen und Hessen. In Berlin kann es am Nachmittag und am Abend krachen.

Schwere Gewitter halten Deutschland weiter in Atem: Der Bahnverkehr bleibt nach den Unwettern mit sechs Toten in Nordrhein-Westfalen erheblich gestört. In Nordhessen, Teilen Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens richteten heftige Regenfälle und Hagel wieder Schäden an. In der Nacht zu Mittwoch kam es zu Überschwemmungen und Stromausfällen. Der Deutsche Wetterdienst warnt weiter vor schweren Gewittern in der Mitte und im Osten.

Auch im Fernverkehr müssen sich Reisende auf Verspätungen und Zugausfälle einstellen. Mehrere Bahn-Hauptstrecken waren nach den Unwettern vom Pfingstmontag weiter gesperrt, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Sämtliche IC- und ICE-Züge, die eigentlich durch das Ruhrgebiet fahren sollten, enden vorzeitig in Köln, Hamm und Münster. Auch regionale Zugverbindungen und S-Bahnen in Nordrhein-Westfalen waren weiter stark beeinträchtigt. Die Bahn informiert auf ihrer Internetseite über den aktuellen Stand der Sperrungen.

In Düsseldorf wird die Straßenbahn wohl noch mehrere Tage nicht planmäßig fahren können. Wie Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher sagte, müssten in den kommenden Tagen zunächst ganze Oberleitungen nachgespannt werden. 6 Menschen waren bei den Hitzegewittern am Montagabend ums Leben gekommen, 67 Menschen wurden verletzt.

Sauerland, Niedersachsen und Nord-Hessen betroffen

Derweil sorgten neue Unwetter in einigen Regionen Deutschlands für weitere Schäden. Im Sauerland ergoss sich Wasser in eine Schule, weil Hagelkörner Fenster auf dem Dach zerstört hatten. Im Süden Niedersachsens und im Norden Hessens brachten Gewitter Überschwemmungen mit sich.

Nach Angaben der Feuerwehr in Kassel lief der Keller des Bundessozialgerichts voll. In einem Krankenhaus mussten Patienten verlegt werden, weil Wasser in die Klinik eingedrungen war. Teilweise fiel der Strom in der Stadt aus. Auch Unterführungen und Tiefgaragen wurden überschwemmt, so dass Autos bis zum Dach unter Wasser standen. Gullideckel wurden durch den Druck wie Korken aus dem Boden gedrückt. „Das war schon ein außergewöhnliches Unwetter“, sagte ein Sprecher der Polizei.

Auch in Göttingen wurden nach Angaben der Polizei Bahnunterführungen und zahlreiche Keller überflutet. Bäume stürzten auf Häuser und Autos. Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen nicht. Auf der Autobahn 7 habe es wohl aufgrund des heftigen Regens einen Unfall gegeben, bei dem der Fahrer aber mit einem Schock davongekommen sei.

Keine Schäden in Berlin

In Berlin und Brandenburg hat es in der Nacht zu Mittwoch keine größeren Unwetterschäden gegeben. Das erklärten Polizei und Feuerwehr am frühen Mittwochmorgen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Potsdam hatte zuvor mit Unwettern gerechnet.

In der Region kann es am Nachmittag und Abend zu Gewittern kommen. Derzeit gibt es jedoch keine Unwetterwarnung.

Es bleibt mit Temperaturen bis zu 30 Grad heiß und schwül, allerdings mit teils heftigen Regengüssen und Gewittern. Dazu kann es auch hageln und stürmen.

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Nach Angaben der Deutschen Bahn kommt es allerdings weiterhin zu Verspätungen im Bahnverkehr aufgrund der Schäden in Nordrhein-Westfalen. Dort hatten am Montag die schwersten Unwetter seit Jahren getobt. Die Züge von Berlin nach Köln fahren nur bis Hamm. Wann der Zugverkehr wieder normal verlaufe, sei nicht absehbar.

Wie eine Walze war am Montag das Unwetter über Nordrhein-Westfalen gerollt. In dem bevölkerungsreichsten Bundesland war es das schlimmste Unwetter seit rund 20 Jahren, wie Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) mitteilte.