München

Keine Revision – Hoeneß muss demnächst ins Gefängnis

Die Münchner Staatsanwaltschaft legt keine Rechtsmittel gegen das Urteil für Uli Hoeneß ein. Damit kann die Verurteilung – dreieinhalb Jahre Haft wegen Steuerhinterziehung - rechtskräftig werden.

Die Münchner Staatsanwaltschaft wird gegen das Strafurteil gegen Uli Hoeneß keine Revision einlegen. Das teilte die Behörde am Montag in einer Erklärung mit. Da auch der ehemalige Präsident des FC Bayern München auf eine Revision verzichtet hat, kann damit sein Urteil rechtskräftig werden.

„Das Gericht ist zwar hinter unserem Antrag zurückgeblieben, hat aber vertretbare Erwägungen angestellt. Die Rechtslage ist so, dass eine Revision nur dann vorgesehen ist, wenn das Urteil in einem offensichtlichen Missverhältnis zur Schuld steht. Das ist aber nicht der Fall. Die Begründung des Urteils ist in sich plausibel“, sagte Florian Gliwitzky, stellvertretender Pressesprecher der Staatsanwaltschaft München II zu den Beweggründen der Behörde, auf eine Revision vor dem Bundesgerichtshof (BGH) zu verzichten.

Im anderen Fall hätte der Bundesgerichtshof in Karlsruhe den Fall unter die Lupe und eine Entscheidung über die Revision treffen müssen. Unter Umständen wäre das Verfahren dann vor einer anderen Kammer des Landgerichts wieder aufgerollt worden. Das Verfahren hätte sich dann noch lange hinziehen können.

Ladung zum Haftantritt

Hoeneß geht nun demnächst eine Ladung der Staatsanwaltschaft mit dem genauen Datum seines Strafantritts in der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech zu. Dies kann noch etwa vier bis sechs Wochen dauern. Dies hinge davon ab, so Gliwitzky, „wann uns das Gericht das Urteil mit dem Rechtskraftsvermerk zustellt“. Die Staatsanwaltschaft würde anschließend die Ladung an Hoeneß innerhalb von zwei Wochen erstellen.

Das Landgericht München hatte Hoeneß am vergangenen Donnerstag wegen millionenschwerer Steuerhinterziehung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Strafkammer hatte die Steuerschuld des 62-Jährigen auf 28,5 Millionen Euro beziffert.

Hoeneß hatte bereits am vergangenen Freitag erklärt, dass er die Haftstrafe akzeptiere und gegen das Urteil keine Revision einlegen werde. Gleichzeitig legte er seine Ämter als Präsident und Aufsichtsratschef der Münchner niederzulegen.

Auf einen Besuch in der Arena am Sonnabend beim Spiel der Bayern gegen Leverkusen (2:1) hatte der 62-Jährige verzichtet.