Zeitumstellung

Für die Uhren hat der Sommer 2013 bereits begonnen

In der Nacht wurden die Uhren von 2 auf 3 Uhr vorgestellt. Mit der MESZ bleibt es nun abends länger hell.

Foto: dpa

In der Nacht zum 31. März springen die Uhrzeiger um 2 auf 3 Uhr. Die Sommerzeit startet. Bis zum letzten Wochenende im Oktober bleibt es dann abends länger hell.

"Es ist alles vorbereitet, und wir erwarten auch dieses Mal keine Probleme bei der Zeitumstellung", sagt Dirk Piester von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) im niedersächsischen Braunschweig. Die PTB ist per Gesetz für die Zeit zuständig.

Bei der Bahn springen am Sonntag 120.000 Uhren um

Bereits vor Wochen haben PTB-Wissenschaftler den Sender DCF77 in Mainflingen bei Frankfurt/Main entsprechend programmiert. Mit einer Reichweite von etwa 2000 Kilometern erreicht das Signal des Senders Funkuhren in fast ganz Europa.

"Drei Atomuhren in Mainflingen müssen sich für die Zeitaussendung einig sein, damit ein Signal rausgeht", erläutert der Physiker Piester. Sollten die Uhren mal nicht synchron sein, ginge einfach kein Signal raus. "Lieber kein Signal, als ein falsches", sagt Piester.

Allein bei der Deutschen Bahn werden rund 120.000 Uhren in der Nacht zum Ostersonntag umspringen. Dazu zählen nicht nur die Uhren auf Bahnsteigen, sondern auch in Diensträumen sowie bei Automaten und Informations- und Steuerungssystemen.

Von der Umstellung sind auch 50 Nachtzüge betroffen. Damit sie pünktlich ans Ziel kommen, sollen die in den meisten Fällen eingeplanten nächtlichen Aufenthalte gekürzt werden.

Zeitumstellung sorgt bei einigen Autofahrern für Mini-Jetlag

Auch auf den Straßenverkehr hat die Zeitumstellung Auswirkungen, da zahlreiche Ampelanlagen über Funkuhren synchronisiert werden. Bei Autofahrern sorgt die Umstellung darüber hinaus oft für einen Mini-Jetlag.

Wie Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) sagt, sollten vor allem Pendler, die früh morgens viel Zeit im Wagen verbringen, die Zeitumstellung am 31. März sehr ernst nehmen: Sie ist ein Unfallrisiko. Laut Auto Club Europa (ACE) steigen die Unfallzahlen nach dem Beginn der Sommerzeit regelmäßig um bis zu 30 Prozent.

Fahrer sollten Körper an Zeitumstellung gewöhnen

Damit die Zeitumstellung den Körper nicht zu sehr schlaucht, rät Rademacher, schon ein paar Tage vorher damit zu beginnen, früher als sonst ins Bett zu gehen.

Außerdem sollten Autofahrer morgens ihren Kreislauf in Gang bringen. Das könne durch eine Wechseldusche geschehen, durch eine extra Tasse Kaffee oder durch Gymnastik – je nachdem, was individuell am besten wirke, sagt Rademacher.

Er warnt davor, stattdessen zu Medikamenten zu greifen. Wer längere Strecken fährt, sollte zwischendurch eine Pause einlegen. Während der kurzen Rast darf Bewegung nicht fehlen.

Müdigkeit nach der Umstellung nicht ignorieren

Das Wichtigste sei, die Müdigkeit nicht einfach zu ignorieren, erklärt Rademacher. Stattdessen sollte der Fahrer sich so früh wie möglich bewusst machen, dass ihn die Zeitumstellung beeinträchtigen kann, und danach handeln.

Gerade auf dem Weg zur Arbeit seien viele Menschen ohnehin unkonzentriert, weil sie die Strecke jeden Tag fahren. Durch die Zeitumstellung komme zu dieser Monotonie noch die Müdigkeit hinzu – ein gefährlicher Mix. Besonders die sogenannten Eulen sollten aufpassen: Anders als den Lerchen fällt es ihnen schon ohne Zeitumstellung schwer, morgens in die Gänge zu kommen.

Sommerzeit 1980 eingeführt um Energie zu sparen

Die Sommerzeit wurde 1980 in Deutschland eingeführt, um Energie zu sparen und das Tageslicht besser zu nutzen. Auslöser war die Ölkrise von 1973.

Erst seit 1996 drehen alle EU-Mitgliedstaaten die Uhren zum selben Zeitpunkt am letzten Sonntag im März eine Stunde vor und am letzten Oktober-Sonntag wieder eine Stunde zurück. Das Ziel der Energieersparnis gilt zwar als nicht erreicht, aber dennoch halten die Länder daran fest. Viele Menschen schätzen die längere Sonnenzeit am Abend für ihre Freizeit.

Zur Startseite
© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.