Zwischenfall

Seltsamer Geruch im Cockpit – Flugbegleiter bewusstlos

| Lesedauer: 2 Minuten

In einer Urlaubsmaschine hatten Crew und Piloten einen unbekannten Geruch bemerkt. Passagiere kamen nicht zu Schaden. Doch bei der Suche nach der Ursache wurden zwei Flugbegleiter kurzzeitig bewusstlos.

Zwischenfall an Bord einer Urlaubsmaschine auf den Kanaren: Beim Landeanflug einer Boeing 757 auf Las Palmas haben Crew und Piloten einen unbekannten Geruch bemerkt. Der Kopilot setzte sich vorsorglich die Sauerstoffmaske im Cockpit auf, drei Flugbegleiter fühlten sich nicht wohl, wie das Flugunternehmen Condor am Sonnabend in Frankfurt mitteilte.

Die Maschine sei sicher gelandet, alle Passagiere seien regulär ausgestiegen. Allerdings habe die Crew danach das Hilfstriebwerk gestartet, um den Grund für den Geruch zu finden, der daraufhin erneut auftrat. Zwei Flugbegleiter seien dabei kurzzeitig bewusstlos geworden, hieß es weiter.

An Bord der Boeing 757-300 von Hamburg nach Las Palmas seien 242 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder gewesen. „Rein vorsorglich hat Condor entschieden, die Passagiere zu informieren“, sagte Sprecher Johannes Winter. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) sei informiert worden. Es gebe aber bei der Suche nach der Geruchsquelle noch keine Spur. Die Boeing 757 war zuletzt im März 2012 gecheckt worden.

Airbus offenbar haarscharf an einer Katastrophe vorbei

Erst vor ein paar Monaten wurde bekannt, dass ein Airbus A319 der Fluggesellschaft Germanwings im Dezember 2010 bei der Landung in Köln offenbar haarscharf an einer Katastrophe vorbeischrammte. Beide Piloten verloren kurz vor dem Endanflug beinahe das Bewusstsein, als ein süßlicher Geruch ins Cockpit strömte. Der Vorfall löste eine Diskussion über kontaminierte Kabinenluft aus.

Obwohl die Fluggesellschaft damals eine Meldung an die zuständige Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) gesandt hatte, taucht der Zwischenfall in den monatlichen Bulletins nicht auf. In diesen Berichten dokumentiert die Behörde unter anderem weit harmlosere Ereignisse wie Außenlandungen von Segelflugzeugen.

Erst im vergangenen September, beinahe zwei Jahre nach dem Ereignis, veröffentlichte die BFU einen Zwischenbericht auf ihrer Internetseite. Darin stellt die Behörde fest, dass eine Untersuchung nicht notwendig erschien.

( dpa/sei )

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos