Der Titel „Glorious“, mit dem die Band Cascada am 18. Mai 2013 beim Eurovision Song Contest (ESC) in Malmö für Deutschland antreten will, ist nach Angaben des NDR kein Plagiat von Loreens Song „Euphoria“. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens, das der Sender bei dem Sachverständigen für Plagiatsfragen, Matthias Pogoda, in Auftrag gegeben hatte.

Die Bonner Dance-Pop-Band Cascada hatte mit ihrem Song „Glorious“ Mitte Februar den ESC-Vorentscheid gewonnen.

Wie der NDR am Montag mitgeteilt hatte, seien die Songs dem Gutachten zufolge lediglich stilistisch ähnlich. Gutachter Pogoda kam zu dem Schluss: „Es lässt sich zusammenfassen, dass ‚Glorious‘ und ‚Euphoria‘ keine urheberrechtlich bedeutsamen Übereinstimmungen aufweisen.“ Sie seien „lediglich stilistisch ähnlich“ und zeigten „nur im Arrangement eine oberflächliche Berührung ohne urheberrechtlichen Belang“.

Thomas Schreiber, der Unterhaltungskoordinator der ARD, fügt hinzu: „In seinem Gutachten hat Matthias Pogoda festgestellt, dass beide Songs sich in wesentlichen Punkten unterscheiden. Auch die Geschäftsführung des ‚Euphoria‘-Musikverlages ‚peermusic‘ kennt das Gutachten und wünscht dem deutschen Beitrag Cascada viel Glück.“

Dem Lied war unterstellt worden, ein Plagiat von „Euphoria“ zu sein, dem Siegertitel des letzten Eurovision Song Contests in Baku. So hatte die Phonetikerin von der Universität Kiel, Tina John, bei einer Untersuchung der beiden Songs Übereinstimmungen im groben Aufbau gefunden, zum Beispiel bei den Pausen und bei der Atemstilistik der Sängerinnen. „Ich persönlich finde es sehr auffällig.“ Zudem werde es bei beiden Liedern an den gleichen Stellen laut und leise.

Musikgutachter Pogoda urteilte dagegen nun, dass im Notenbild der beiden Songs „keine auffälligen Ähnlichkeiten“ zu finden seien. Für den Plagiatsvorwurf wesentlich sei unter anderem der Melodieschutz. Aber: „Das Melodiewerk beider Musiken ist deutlich verschieden.“

dpa/sei