In den vergangenen Wochen waren in mehreren Ländern der EU Fertiggerichte entdeckt worden, in denen statt des angegebenen Rindfleischs auch oder ausschließlich Pferdefleisch verarbeitet worden war. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) nannte als Rindfleisch deklariertes Pferdefleisch einen „krassen und schlimmen Fall von Verbrauchertäuschung“.
Die aktuellen Ereignisse im Liveticker:
+++ 18.12 Uhr: Auch Berliner Supermärkte sind wohl mit Pferdefleisch-Lasagne beliefert worden. Das ist das erste Ergebnis einer Umfrage der Berliner Senatsverwaltung für Verbraucherschutz unter den Lebensmittelketten. Die Supermärkte hätten erklärt, bereits am 6. Februar nach einem Hinweis des Herstellers die verdächtigen Waren zurückgezogen zu haben. Der Verbraucherschutzsenator Thomas Heilmann (CDU) teilte am Donnerstag jedoch mit: „Es ist aber nicht auszuschließen, dass Berliner vor dem 6. Februar Tiefkühl-Lasagne gekauft – und noch zuhause vorrätig haben.“ Die Lasagne könne zurückgebracht werden.
+++ 17.17 Uhr: Sachsens Verbraucherschutzministerium hat noch keine völlige Gewissheit, ob der europäische Pferdefleisch-Skandal bereits den Freistaat erreicht hat. Eine Antwort auf entsprechende Anfragen gab das Ministerium am Donnerstagabend lediglich im Konjunktiv. Seit Mittag lägen dem Ministerium „erste Hinweise über punktuelle Lieferungen von Lebensmitteln nach Sachsen vor, in denen nicht deklariertes Pferdefleisch enthalten sein könnte“, hieß es. Die entsprechenden Informationen würden aus Nordrhein-Westfalen stammen, wo involvierte Handelseinrichtungen ansässig sind.
+++17.06 Uhr: Eine mit dem Pferdefleisch-Skandal in Zusammenhang gebrachte britische Schlachterei entsorgt auch eingeschläferte Rennpferde des beliebtestens Pferderennens der Insel. Die Veranstalter des traditionsreichen Grand National teilten am Donnerstag aber mit, sie seien „so überzeugt, wie sie nur sein können“, dass in der Schlachterei im nordenglischen West Yorkshire kein „unbrauchbares“ Pferdefleisch in die Nahrungsmittelkette gelangt sei. Der Rennsport unternehme alles, um sicherzustellen, dass eingeschläferte Pferde nicht zu Lebensmitteln verarbeitet würden.
+++ 16.46 Uhr: Zur Aufklärung des Pferdefleisch-Skandals in Europa befürwortet die Bundesregierung Untersuchungen in allen EU-Staaten. „Nur mit flächendeckenden Tests und einem europaweit einheitlichen Vorgehen werden wir das tatsächliche Ausmaß dieses Falls erfassen können“, sagte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) am Donnerstag. Neben Falschdeklarationen sollten Analysen auch mögliche Rückstände von Tierarznei in den Fokus nehmen. Entsprechende Pläne für DNA-Tests von Fleisch und Fleischprodukten hatte die EU- Kommission am Mittwochabend vorgestellt. Darüber soll an diesem Freitag in Brüssel entschieden werden.
+++ 16.01 Uhr: Berlins Justizsenator will keine neuen Vorschriften – In dem Skandal um falsch ausgezeichnetes Pferdefleisch sieht Berlins Justiz- und Verbraucherschutzsenator Thomas Heilmann (CDU) keinen Anlass für strengere Regularien. „Ich finde, die Vorschriften sind hinreichend“, sagte Heilmann am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. „Betrug gibt es seit tausenden von Jahren. Dass man das vollständig abschaffen könnte, ist eine Illusion.“ Auch in Berlin wird derzeit untersucht, ob verdächtige Produkte in der Hauptstadt angeboten wurden. In Brandenburg wurde verdächtige Ware sichergestellt .
+++ 15.18 Uhr: Auch Rewe nimmt Lasagne aus Sortiment – Nach Real, Kaiser's Tengelmann und Eismann hat im Pferdefleisch-Skandal nun auch die Supermarktkette Rewe den Verkauf bestimmter Fertigprodukte gestoppt. Dabei handle es sich um die Produkte „Mou Lasagne Bolognese“ und „Mou Cannelloni Bolognese“ der Marke Tulip, wie ein Rewe-Sprecher am Donnerstag in Köln erklärte. Tulip habe Rewe darüber informiert, dass das Unternehmen nicht ausschließen könne, dass die beiden Produkte Pferdefleisch enthalten könnten.
Zwar seien bisher keine Spuren von Pferdefleisch in den Produkten nachgewiesen worden, erklärte der Rewe-Sprecher. Um jedoch „eine Irreführung unserer Kunden“ auszuschließen, habe Rewe diese Artikel „vorsorglich aus dem Sortiment“ genommen. Produkte von Marken der Rewe-Gruppe seien „von möglichen Falschdeklarationen nicht betroffen“, erklärte der Sprecher. Dem Unternehmen lägen „von allen ihren Lieferanten“ Unbedenklichkeitserklärungen vor, die den Einsatz von Pferdefleisch ausschlössen.
+++ 14.59 Uhr: Pferdefleisch-Skandal hat mafiöse Strukturen – Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) sieht beim aktuellen Pferdefleisch-Skandal „mafiöse Strukturen“. Bernd Carstensen, stellvertretender Bundesvorsitzender des BDK, sagte der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“: „Die Art und Weise, wie hier über mehrere Grenzen hinweg Pferdefleisch verschoben wurde, erfordert einen großen logistischen Aufwand. Dies nährt den Verdacht, dass es sich um ein Geschäft der organisierten Kriminalität handelt“, sagte Carstensen. Der Kriminal-Experte erklärte, bereits in der Vergangenheit seien mafiöse Strukturen im europäischen Lebensmittelhandel beim Subventionsbetrug sichtbar geworden. „Die Justiz muss hier mit aller Härte durchgreifen“, forderte Carstensen.
+++ 14.18 Uhr: Zypern vernichtet vorsorglich 16,5 Tonnen Buletten - Unmittelbar nach den ersten Meldungen über als Rindfleisch deklariertes Pferdefleisch in Burgern in Irland und Großbritannien hat ein Supermarkt auf Zypern 16,5 Tonnen Buletten vernichtet. Dies sei rein vorsorglich geschehen, sagte der oberste zyprische Gesundheitsinspektor Christos Christou am Donnerstag im öffentlichen Rundfunk. Die Behörden hätten von den betroffenen Unternehmen Beweise vorgelegt bekommen, dass die Burger kein Pferdefleisch enthielten.
+++ 14.13 Uhr: Auch Edeka findet Pferdefleisch in Tiefkühl-Lasagne – Auch die Einzelhandelskette Edeka ist bei der Suche nach Pferdefleisch in Fertiggerichten fündig geworden. In dem Tiefkühl-Produkt „Gut & Günstig Lasagne Bolognese“ seien bei Analysen in einzelnen Stichproben geringe Mengen Pferdefleisch gefunden worden, sagte ein Edeka-Sprecher am Donnerstag in Hamburg.
+++ 14.02 Uhr: Handel soll alle Pferdefleisch-Verdachtsfälle nennen – Nordrhein-Westfalens Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne) hat den Lebensmittelhandel aufgefordert, sämtliche Verdachtsfälle im Pferdefleisch-Skandal offen zu legen. „Viele Einzelhändler haben in den letzten Tagen und Wochen stille Rückrufaktionen unternommen, weil sie offenbar schon einen Verdacht hatten“, teilte Remmel am Donnerstag in Düsseldorf mit. Die Verbraucher hätten davon aber nichts erfahren.
Remmel forderte vom deutschen Lebensmittelhandel eine zentrale Internet-Plattform, um über verdächtige Produkte, Rückrufaktionen und Pferdefleisch-Funde zu informieren. Die Verbraucher müssten selbst überprüfen können, ob sie noch verdächtige Produkte in ihren Kühlschränken haben. Weil von den Produkten nach bisherigem Stand keine akute Gesundheitsgefahr ausgehe, sei eine Nennung vonseiten der Behörden rechtlich nicht zulässig.
+++ 13.37 Uhr: Pferdefleisch mit Phenylbutazon kam in Nahrungskette – Tests der britischen Lebensmittelaufsicht FSA haben ergeben, dass Fleisch von drei mit Phenylbutazon gespritzten Pferden wohl in die Nahrungskette geraten ist. Das Fleisch sei von Großbritannien nach Frankreich verkauft worden, sagte Ernährungsstaatssekretär David Heath im britischen Parlament nach Angaben der BBC.
+++ 13.22 Uhr: Pferdefleisch-Skandal wird Thema im Bundestag – Der Skandal um falsch deklariertes Pferdefleisch in Europa wird auch Thema im Bundestag. Der Ernährungsausschuss will sich in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch ausführlich damit befassen, wie der Vorsitzende Hans-Michael Goldmann (FDP) am Donnerstag sagte. „Ein solcher Vorfall erschüttert das Vertrauen der Verbraucher und bringt eine ganze Branche in Verruf.“ Erforderlich seien nicht nur zertifizierte Verarbeitungsbetriebe, sondern auch zertifizierte Lieferanten. FDP-Expertin Christel Happach-Kasan begrüßte den EU-Vorschlag für DNA-Tests bei Rindfleisch: „Wer täuscht, darf sich nicht darauf verlassen können, nicht überführt zu werden.“
+++ 13.07 Uhr: Kühlhaus wegen Pferdefleisch-Skandal geschlossen – Wegen des Pferdefleisch-Skandals ist ein Kühlhaus im Kreis Verden geschlossen worden. Die Produkte wurden gesperrt, teilte das niedersächsische Landwirtschaftsministerium am Donnerstag mit. Eine Firma in Nordrhein-Westfalen, die unter anderem von dem französischen Pferdefleisch-Verarbeiter Comigel beliefert wird, habe Waren in diesem Kühlhaus gelagert. Proben der Produkte würden derzeit in Nordrhein-Westfalen untersucht. Comigel steht im Verdacht, verunreinigtes Fleisch geliefert zu haben.
+++ 12.51 Uhr: Bayern verschärft Kontrollen - Nach Bekanntwerden des Pferdefleisch-Skandals in Deutschland hat Bayern seine Lebensmittelkontrollen verstärkt. „Wirklich gefunden, nachgewiesen haben wir aber bislang nichts“, sagte der Präsident des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf, am Donnerstag in Erlangen. Nicht nur Burger und Tiefkühl-Lasagne, sondern auch andere Fertiggerichte mit Fleisch würden überprüft. In den vergangenen drei Jahren seien in Bayern rund 600 Fleischproben routinemäßig auf ihren Pferdefleisch-Gehalt überprüft worden. Gefunden wurde nach Angaben Zapfs aber bisher nie etwas.
+++ 12.23 Uhr: Schädliches Medikament in Pferdefleisch nachgewiesen – In Pferdefleisch, das in Frankreich in die Nahrungsmittelkette gelangt ist, haben Experten ein für Menschen schädliches Schmerzmittel nachgewiesen. Das teilte die britische Regierung am Donnerstag mit.
Fleisch von drei Pferden aus britischen Schlachthäusern sei in Frankreich in Nahrungsmittel gelangt, obwohl den Tieren das Schmerzmittel Bute verabreicht worden sei, sagte der britische Umweltminister David Heath in London. Bute gilt als schädlich für den Menschen, wenn es über die Nahrung aufgenommen wird.
+++ 12.16 Uhr: Aigner fordert Justiz-Ermittlungen – Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hat Ermittlungen der Justiz zur Aufklärung des europäischen Pferdefleisch- Skandals gefordert. „Es verfestigt sich der Verdacht, dass in diesem beispiellosen Betrugsfall mit hoher krimineller Energie vorgegangen wurde“, sagte Aigner am Donnerstag. „Deshalb ist dieser Skandal nicht nur ein Fall für die Lebensmittelbehörden, sondern eindeutig auch ein Fall für Polizei und Justiz.“ Auch um das Ausmaß zu erfassen, sei ein europaweites Vorgehen nötig. Aigner begrüßte, dass die EU-Kommission ein solches Kontrollprogramm unterstütze. „Wir haben es offenbar mit einem bislang einmaligen Fall von Verbrauchertäuschung zu tun.“
+++ 12.05 Uhr: Niedersachsen verschärft Flieschkontrollen – Angesichts des Pferdefleisch-Skandals haben die Lebensmittelbehörden in Niedersachsen ihre Kontrollen verschärft. Fertiggerichte mit Hackfleisch würden besonders unter die Lupe genommen, sagte eine Sprecherin des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit am Donnerstag in Oldenburg. Mit Ergebnissen wird aber erst nächste Woche gerechnet. Bei einer zuvor unabhängig vom aktuellen Skandal organisierten Kontrolle von Fertiggerichten wurden keine Auffälligkeiten entdeckt, sagte die Sprecherin. Am Mittwoch war auch in Deutschland erstmals statt des angegebenen Rindfleischs in Lasagne Pferdefleisch entdeckt worden.
+++ 11.45 Uhr: Senat geht Pferdefleisch-Verdacht in Berlin nach – Nach dem Skandal um falsch deklariertes Pferdefleisch geht der Berliner Senat dem Verdacht auch in der Hauptstadt weiter nach. „Wir haben noch nichts gefunden“, sagte Verbraucherschutzsenator Thomas Heilmann (CDU) am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. „Es besteht allerdings der Verdacht, dass es in zwei, drei Handelsketten, die es auch in Berlin gibt, solche Produkte gegeben hat.“ Es werde energisch geprüft, ob die Produkte auch in Berlin angeboten wurden, sagte Heilmann. Er hoffe, im Laufe des Donnerstags Zwischenergebnisse zu erhalten. Die Handelskette Real hatte am Mittwoch eine Tiefkühl-Lasagne zurückgerufen.
+++ 11.40 Uhr: Verdächtige Ware in Brandenburg sichergestellt – Lasagne mit nicht deklariertem Pferdefleisch ist über einen Großhändler aus Nordrhein-Westfalen möglicherweise auch an ein Lager in Brandenburg gelangt. Die Ware sei vorsorglich sichergestellt worden, teilte das Verbraucherschutzministerium am Donnerstag mit. Eine amtliche Probe werde entnommen und im Landeslabor Berlin-Brandenburg untersucht. Derzeit gebe es keine Hinweise, dass entsprechende Ware in den Handel gelangt ist.
+++ 10:23 Uhr: Verdächtige Ware auch im Südwesten – Im Skandal um falsch deklariertes Pferdefleisch ist verdächtige Ware auch nach Baden-Württemberg gelangt. Eine Tiefkühl-Lasagne wurde aus dem Handel genommen, wie das Verbraucherministerium am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Es liefen Untersuchungen sowohl bei Eigenkontrollen des Unternehmens als auch durch amtliche Proben, um abzuklären, ob das Produkt tatsächlich falsch deklariertes Pferdefleisch enthalte. Ergebnisse sollen bis spätestens Anfang der kommenden Woche vorliegen.
Die Sprecherin des Ministerium wies darauf hin, dass Pferdefleisch zwar nicht gesundheitsschädlich sei. Hier liege jedoch der Verdacht auf eine massive Verbrauchertäuschung vor, dem die Lebensmittelüberwachung intensiv nachgehe. „Die Behörden auf Länder- und Bundesebene stehen in engem Kontakt und tauschen sich permanent über neue Erkenntnisse aus.“
+++ 9.12 Uhr: Für Künast ist „billige Ideologie“ am Ende – Grünen-Fraktionschefin Renate Künast hat die Billig-Produktion von Fleisch mit für den Skandal um Pferdefleisch im deutschen Handel verantwortlich gemacht. „Beim Pferdefleisch zeigt sich, dass die Billig-Billig-Ideologie wirklich Probleme bereitet“, sagte sie am Donnerstag im Bayerischen Rundfunk. Bei den Geschäften über mehrere Länder sei die Herkunft des Fleisches nicht mehr genau nachvollziehbar. Daher forderte die ehemalige Verbraucherschutzministerin eine genaue Etikettierung und Dokumentation der Produktionskette. „Man muss wissen, was drin ist. Das ist sonst schlicht und einfach Verbraucher-Beschiss.“
+++ 8.42 Uhr: Aigner zu Pferdefleisch-Skandal: „Es ist eine echte Sauerei“ - Nachdem Lasagne mit Pferdefleisch auch im deutschen Handel aufgetaucht ist, schließt NRW-Verbraucherminister Johannes Remmel (Grüne) weitere Funde nicht aus. „In diesem Fall haben wir es mit einer gewaltigen Verbraucher-Täuschung zu tun. Das ist kriminell“, sagte Remmel am Donnerstag im ARD-„Morgenmagazin“. Die Supermarktkette Real hatte am Mittwoch eine Tiefkühl-Lasagne zurückgerufen, weil Pferdefleisch in einzelnen Stichproben gefunden worden war. Auch andere Unternehmen wie Kaiser's Tengelmann, Rewe, Edeka und Eismann überprüfen verdächtige Produkte.
+++ 8.06 Uhr: NRW-Minister befürchtet weitere Funde – Nachdem Lasagne mit Pferdefleisch auch im deutschen Handel aufgetaucht ist, schließt NRW-Verbraucherminister Johannes Remmel (Grüne) weitere Funde nicht aus. „In diesem Fall haben wir es mit einer gewaltigen Verbraucher-Täuschung zu tun. Das ist kriminell“, sagte Remmel am Donnerstag im ARD-„Morgenmagazin“. Die Supermarktkette Real hatte am Mittwoch eine Tiefkühl-Lasagne zurückgerufen, weil Pferdefleisch in einzelnen Stichproben gefunden worden war. Auch andere Unternehmen wie Kaiser's Tengelmann, Rewe, Edeka und Eismann überprüfen verdächtige Produkte.



