@pontifex

2,5 Millionen Menschen lesen Tweets des Papstes

| Lesedauer: 3 Minuten

Benedikt XVI. twittert seit einem Monat. Allerdings zeigte sich das katholische Kirchenoberhaupt bislang nicht sehr aktiv.

Innerhalb eines Monats hat sich Papst Benedikt XVI. eine beachtliche Internet-Gemeinde aufgebaut: Beim Kurznachrichtendienst Twitter folgen bereits rund 2,5 Millionen Menschen den Botschaften aus Rom.

So erreicht das katholische Kirchenoberhaupt nun mehr jüngere Gläubige, konnte aber auch über die christlichen Weihnachtsfeiertage nicht den Dalai Lama einholen. Der hat mit nur einem Nutzerkonto, über den alle paar Tage englische Botschaften verbreitet werden, sechs Millionen sogenannte Follower. Die kirchenkritische Bewegung „Wir sind Kirche“ wertete die Twitter-Präsenz des Papstes als „verkrampften Versuch, modern zu wirken“.

Allein mehr als 1,4 Millionen abonnierten bis zum Wochenende die englischen Botschaften des Papstes, das Nutzerkonto @pontifex.Nicht einmal 50.000 lesen in deutscher Sprache mit, weniger Abonnenten hat nur der polnische und der arabische Account.

Insgesamt schickt das Büro des Päpstlichen Rates für die sozialen Kommunikationsmittel Botschaften gleichen Inhaltes auf acht Kanäle. Auch auf Spanisch, Portugiesisch, Italienisch und Französisch wird gezwitschert. Mit der persönlichen Anrede „Liebe Freunde!“ hatte der Papst am 12. Dezember 2012 die erste digitalen Botschaft persönlich versendet.

Knapp mehr als 20 Nachrichten pro Sprache

Allerdings zeigte sich das katholische Kirchenoberhaupt bislang nicht sehr aktiv. Knapp mehr als 20 Nachrichten pro Sprache wurden aus dem Vatikan in den Kurznachrichtendienst versendet. In ihnen stellt der Papst in maximal 140 Zeichen auch Fragen wie: „An welche Weihnachtsbräuche in der Familie aus der Zeit Ihrer Kindheit erinnern Sie sich noch?“

Doch in den direkten Austausch mit seinen Brüdern und Schwestern tritt er offenbar nicht. Zwar sollen ihm Gläubige laut den ursprünglichen Plänen per Botschaft an @pontifex und dem Stichwort #AskPontifex Fragen stellen oder ihn um Rat fragen können. Doch es sind bislang keine unmittelbaren Antworten verzeichnet. Sie würden angezeigt, lediglich Direktnachrichten können bei Twitter inkognito verschickt werden.

Die Organisation „Wir sind Kirche“ hält die Twitter-Offensive darum auch nur für begrenzt nützlich: „Dass Papst Benedikt selbst am Computer sitzt und die Nachrichten eintippt, ist schwer vorstellbar und damit letztlich auch nicht glaubwürdig“, sagte Sprecher Christian Weisner der dapd. Jedoch würdigte er die nach außen demonstrierte Offenheit. Im 19. Jahrhundert habe der Vatikan noch die Pressefreiheit verteufelt, nun nutze er alle Kommunikationskanäle.

Zugleich kritisierte Weisner Defizite bei der Kommunikation innerhalb des Vatikan. „Dieses Grundproblem wird auch der nun angeheuerte Kommunikationsberater Greg Burke aus den USA nicht von heute auf morgen lösen können“, sagte der Kirchenkritiker. Burke kümmert sich innerhalb des Vatikan um die Aktivitäten in den sozialen Medien – und wird sie vermutlich ausbauen: Noch fehlt dem Papst eine eigene Facebook-Seite.

( dapd/sei )

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