Klaus Kinski spielte nicht nur das Böse, offenbar hatte er tatsächlich eine ganz dunkle Seite in sich. Denn seine Tochter Pola hat nach Jahren des Schweigens schwere Missbrauchsvorwürfe gegen den im November 1991 gestorbenen Schauspieler erhoben.
Seine andere Tochter Nastassja Kinski hat sich jetzt tief betroffen über die Missbrauchsvorwürfe geäußert. „Ich bin zutiefst erschüttert. Aber: Ich bin stolz auf ihre Kraft, ein solches Buch zu schreiben. Ich kenne den Inhalt. Ich habe ihre Worte gelesen. Und ich habe lange geweint...“, schrieb die 51-Jährige in der „Bild“-Zeitung.
Ihre Halbschwester Pola (60) hatte dem Magazin „Stern“ über ihren Vater gesagt: „Er war einfach ein Kinderschänder.“ Vom 5. bis zum 19. Lebensjahr sei sie von ihm missbraucht worden. Das Buch „Kindermund“ über ihre Kindheit soll in Kürze erscheinen. Der Filmstar habe sich „über alles hinweggesetzt“, auch wenn sie sich gewehrt habe. „Er hat sich einfach genommen, was er wollte.“
Sie habe ihre ganze Kindheit mit einem permanenten Gefühl von Angst vor den Ausbrüchen ihres Vaters gelebt.
„Ja, dies ist ein schwieriger Moment für mich ... Ich stehe zu meiner Schwester, stehe hinter ihr“, schrieb Nastassja Kinski. Kinder und Teenager müssten beschützt werden. „Sie müssen wissen: Es kann sofort Hilfe da sein, wenn etwas so Grauenvolles passiert.“ Ein Buch, wie es ihre Schwester geschrieben habe, helfe allen Kindern, Jugendlichen und Müttern, die Angst vor dem Vater hätten. „Nur, weil sich jemand Vater nennt, wie in diesem Fall, bedeutet es nicht, dass er auch ein Vater ist.“ Kinski fuhr fort: „Meine Schwester ist eine Heldin. Denn sie hat ihr Herz, ihre Seele und damit auch ihre Zukunft von der Last des Geheimnisses befreit.“
Pola stammt aus der ersten Ehe Klaus Kinskis mit Gislint Kühlbeck, Nastassja aus der zweiten Ehe des Schauspielers mit Ruth Brigitte Tocki.
dpa/sei





