Indien

Asche von vergewaltigter Inderin im Ganges verstreut

Die Wut über die Gruppenvergewaltigung einer 23-Jährigen hält an. Ein Anschlag auf das Haus eines Täters wurde verhindert.

Foto: Dar Yasin / dapd

Nach der Gruppenvergewaltigung einer indischen Studentin ist in Neu Delhi ein Mann festgenommen worden, der offenbar nahe der Wohnung eines der mutmaßlichen Täter einen Sprengsatz legen wollte. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, nahm die Polizei den 37-Jährigen in der Nähe der Slumsiedlung Ravi Dass Camp fest, in der vier der sechs mutmaßlichen Täter beheimatet sind. Der Sprengsatz wurde aus Chemikalien gebastelt, die auch für Feuerwerkskörper verwendet werden.

In Indien hält das Entsetzen über das Schicksal der 23-Jährigen an, die am 16. Dezember von sechs Männern vergewaltigt und misshandelt worden war und am Sonnabend in einem Krankenhaus in Singapur ihren Verletzungen erlegen war. Die offizielle Anklageerhebung gegen die sechs Tatverdächtigen, die von der Polizei festgenommen wurden, soll am Donnerstag erfolgen. Nach Angaben des Innenministeriums müssen sie mit der Todesstrafe rechnen.

Die Familie des Opfers fordert die Todesstrafe für die Täter. „Wir wollen alle Angeklagten hängen sehen“, sagte der Bruder der 23-Jährigen dem „Indian Express“. „Der Kampf hat gerade erst begonnen“, sagte er. Der Vater der Studentin sagte dem Blatt, die Mutter habe seit zwei Wochen kaum etwas gegessen. „Ich glaube, sie war nicht bereit, dem Schock über den Tod unserer Tochter ins Auge zu blicken, auch wenn die Ärzte uns immer sagten, es sei ernst.“

Der Vater, der mit der Familie beim Tod seiner Tochter in Singapur zugegen war, sagte, auch er kämpfe damit, die Nachricht zu verkraften. „Es ist so schmerzvoll. Ich bin noch nicht wieder in ihr Zimmer gegangen. Sie wurde in diesem Haus geboren, ihre Bücher, ihre Kleidung, alles ist hier.“ Die Asche der 23-Jährigen wurde am Dienstag entsprechend den hinduistischen Riten in den heiligen Fluss Ganges gestreut.

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