Schwarzwald

14 Menschen sterben bei Feuer in Behindertenwerkstatt

| Lesedauer: 3 Minuten

Eine Behinderteneinrichtung der Caritas ist in Titisee-Neustadt in Flammen aufgegangen. Das Feuer brach im Lager aus.

Bei einem der verheerendsten Brände der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland sind in einer Behinderteneinrichtung in Titisee-Neustadt (Schwarzwald in Baden-Württemberg) am Montag 14 Menschen ums Leben gekommen.

Es soll sich nach ersten Angaben um 13 Behinderte und eine Betreuungshelferin handeln. Acht Menschen wurden bei der Katastrophe im Schwarzwald verletzt, wie ein Sprecher der Polizei in Freiburg mitteilte. Ein Polizeisprecher sagte, das Gebäude sei am Montagnachmittag komplett durchsucht worden, nach derzeitigem Stand würden keine Personen mehr vermisst.

Der Polizei zufolge kamen die 14 Menschen vermutlich durch das Feuer oder Rauchvergiftungen ums Leben. Die acht Verletzten erlitten Verbrennungen oder Rauchvergiftungen.

Das Feuer brach aus zunächst unbekannten Gründen in einem Lager aus, in dem auch Chemikalien lagerten.

Die Verletzten wurden den Angaben zufolge in verschiedene Krankenhäuser der Region gebracht. Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers war keiner von ihnen so schwer verletzt, dass mit weiteren Toten zu rechnen sei.

Insgesamt waren 300 Feuerwehrleute, Rettungskräfte, Katastrophenschützer und Polizisten im Einsatz. Die Identifizierung der Opfer dauerte am frühen Abend an, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Zunächst würden die Angehörigen informiert. Nach Angaben der Polizei wurden 25 Seelsorgerteams entsandt, um die Betroffenen zu betreuen.

Bei der Einrichtung handelt es sich um eine Behindertenwerkstatt des katholischen Hilfswerks Caritas. Zum Unglückszeitpunkt befanden sich laut einem Caritas-Sprecher etwa 50 bis 60 Behinderte und Betreuer im Alter zwischen 20 und 65 Jahren in der Einrichtung, in der unter anderem Laubsägearbeiten für Weihnachtsdekorationen gefertigt werden. Die meisten seien geistig behindert und hätten in Kleingruppen gearbeitet. Das Gebäude sei erst wenige Jahre alt und entspreche den aktuellen Brandschutzbestimmungen, sagte der Caritas-Sprecher.

Suche nach der Ursache des Feuers

Genauere Angaben zur Brandursache gab es zunächst nicht, die Einsatzkräfte konzentrierten sich nach eigenen Angaben auf die Rettungsarbeiten. „Zur Ursache können wir derzeit noch keine stichhaltigen Angaben machen“, sagte ein Sprecher der Polizei. Nach ersten Ermittlungsergebnissen brach das Feuer in einem Lager aus, in dem auch gearbeitet wurde. In dem Lager kam es zu einer oder mehreren Explosionen. Ob diese Auslöser oder Folge des Feuers war, war zunächst unklar.

Auch Einzelheiten des Unglückshergangs sowie die Gründe für die hohe Zahl der Todesopfer blieben am Montag vorerst unklar. Ein Polizeisprecher verwies aber auf „starke Rauchentwicklung im ganzen Gebäude“ als mögliche Erklärung. Von einem einzelnen eng umrissenen „Unglücksherd“ sei nach ersten Erkenntnissen nicht auszugehen. Ein Feuerwehrsprecher sagte, Staatsanwaltschaft und Experten für Brandermittlungen müssten die Details des verheerenden Feuers nun klären.

Die baden-württembergische Landesregierung reagierte tief erschüttert auf die Tragödie. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) flog nach Angaben der Stuttgarter Staatskanzlei an den Ort des Geschehens im Schwarzwald. Er sei „zutiefst getroffen“, erklärte der Regierungschef vor dem Abflug. „In Gedanken bin ich bei den Opfern, und mein tiefes Mitgefühl gilt ihren Angehörigen. Ganz Baden-Württemberg trauert mit ihnen.“ Landessozialministerin Katrin Altpeter (SPD) sprach von einem „Tag der Trauer und des Schmerzes“. Sie sei überzeugt, dass die Verantwortlichen alles Nötige unternähmen, um das Unglück aufzuklären.

( AFP/sei )

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos