Blackout

„Stromspitze” stürzte München in ein Verkehrschaos

| Lesedauer: 3 Minuten

Foto: FrankHoermann/SVEN SIMON / pa/Sven Simon

Der Blackout legte S- und U-Bahnen lahm, Aufzüge standen still, Ampeln fielen aus. Ursache war offenbar eine Stromspitze.

Ein Stromausfall in weiten Teilen Münchens hat die Stadt am frühen Montagmorgen mitten im Berufsverkehr in ein Chaos gestürzt.

Betroffen waren fast im gesamten Stadtgebiet neben Haushalten und Büros auch S- und U-Bahn. Mitten im Berufsverkehr steckten Pendler fest. Ampeln fielen aus. Viele Menschen saßen in Aufzügen fest. Nach etwa einer Stunde begann sich die Lage zu normalisieren. „Um 7.35 Uhr waren die meisten Stadtbezirke wieder versorgt, um 8 Uhr hatten alle Haushalte wieder Strom“, twitterten die Stadtwerke. Einen Defekt in einem Umspannwerk als Ursache konnte die Feuerwehr zunächst nicht bestätigen.

„Technisches Versagen” im Leitungssystem

Ursache war vielmehr offenbar „technisches Versagen“ im Leitungssystem nördlich der Stadt. „Wir vermuten, dass der Schaden aus dem vorgelagerten Netz kommt“, sagte der Geschäftsführer der Münchner Stadtwerke (SWM) für Versorgung und Technik, Stephan Schwarz. Details seien noch unklar. Die Leitungen, die vom Norden her in die Stadt führten, seien mit dem Netz von E.ON Bayern verbunden. „Wir sind mit E.ON in Kontakt, aber wir haben noch kein Ergebnis“, sagte Schwarz. „Es wird vermutlich eine Stromspitze gewesen sein, die durchgelaufen ist.“ Aus Sicherheitsgründen schalte das Netz in solchen Fällen automatisch ab.

Halb München sei ohne Strom gewesen. Zudem kam es laut SWM in der Folge der technischen Störung unter anderem auch zu einer Explosion im Umspannwerk Bogenhausen. Schwarz betonte, der Vorfall „hatte mit der Energiewende und der ganzen Diskussion um sichere Netze nichts zu tun“. Ein Bezug zur Energiewende sei „völlig verfehlt“. „Das was heute passiert ist, das hätte auch vor 20 Jahren passieren können.“

Für viele Münchner war der Online-Kurznachrichtendienst Twitter die wichtigste Informationsquelle. Bevor die Stadtwerke sich zu Wort meldeten, informierten die Münchner sich gegenseitig per Twitter über den Zustand in ihren Stadtteilen.Zweiter Ausfall nach rund einer StundeZu dem Stromausfall war es nach Angaben der Stadtwerke um Punkt 7 Uhr gekommen. Rund eine Stunde später gab es einen weiteren kleinen Ausfall. Innerhalb kürzester Zeit rückten die Retter zu mehr als 50 Einsätzen aus. Die Feuerwehr sei „kreuz und quer“ nahezu überall im Einsatz gewesen. Hauptsächlich ging es darum, Menschen aus steckengebliebenen Aufzügen zu befreien. Außerdem seien durch den Stromausfall Brandmelder angesprungen und hätten Fehlalarme ausgelöst.

Betroffen waren vor allem Zehntausende Berufspendler

Die Ursache des Stromausfalls war zunächst unklar. Der Bayerische Rundfunk nannte einen Defekt in einem Umspannwerk im Norden der Stadt als möglichen Auslöser. Die Feuerwehr, die wegen Rauchentwicklung zu dem Umspannwerk gerufen wurde, konnte dies nicht bestätigen.

Betroffen von dem Ausfall waren am Morgen vor allem Zehntausende Berufspendler. Die S-Bahn auf der viel befahrenen Stammstrecke zwischen Ostbahnhof und Hackerbrücke stand etwa eine halbe Stunde lang still, viele stiegen auf das Auto um. Auch als der Strom wieder da war, kam es weiter zu Verspätungen.

Der Stromausfall in weiten Teilen Münchens am Donnerstagmorgen g

( dpa/dapd/bee )

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