„Google Doodle“

Google feiert Halloween - Parade in New York abgesagt

Wegen „Sandy“ wurde das Grusel-Spektakel in Manhattan gestrichen. In Deutschland sorgt man sich eher um Vandalismus und Sittenverfall.

Foto: David Hecker / dapd

„Happy Halloween”: Mit einem animierten „Doodle“ feiert Internet-Konzern Google das keltische Fest. Dabei rückt der Gruselspaß für viele US-Amerikaner nach dem Wirbelsturm „Sandy“ in den Hintergrund: Denn erstmals seit 39 Jahren wird es am 31. Oktober keine Halloween-Parade in New York geben.

Der traditionelle Marsch sei wegen des Unwetters von der Katastrophenschutzbehörde der Stadt und der Polizei abgesagt worden, teilten die Organisatoren am Dienstag auf ihrer Website mit. Jedes Jahr zieht das Spektakel zehntausende verkleidete Menschen an. Der Marsch wäre über weite Strecken durch Gebiete ohne Strom gegangen.

„Frontalattacke gegen deutsche Sprache und Kultur“

In Deutschland sorgt der alljährliche Brauch dagegen für Kritik und Warnungen. Für den „Verein Deutsche Sprache“ ist das Fest eine „Frontalattacke gegen deutsche Sprache und Kultur“. „Natürlich wissen wir, dass diese Sitte aus dem keltischen Europa kommt“, erklärte der VDS-Vorsitzende Walter Krämer am Dienstag in Dortmund. „Aber noch näher steht uns unsere eigene Kultur, die etwa mit dem Reformationstag verbunden ist.“

Diese Jahreszeit solle der Besinnung und dem Gedenken an die Toten dienen, für ausgehöhlte Kürbisse sei darin kein Platz, teilte der VDS mit. Der Verein unterstütze die evangelische Theologin Margot Käßmann, die das Halloween-Fest als „inhaltsleeren Geisterkult“ bezeichnet hatte. „Und wer gerne mit Kindern und Laternen durch die Straßen zieht, kann das am hergebrachten St. Martinstag genauso tun“, erklärte Krämer.

Innenminister warnt vor Vandalismus

Vandalismus an Halloween soll nach Willen des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) strikt geahndet werden. „Die Polizei wird verstärkt kontrollieren und Straftäter konsequent verfolgen“, kündigte der Minister an. Es sei kein Kavaliersdelikt, Briefkästen zu sprengen oder Autoreifen zu zerstechen.

Die Landtags-FDP appellierte an die bayerischen Kommunen, die erst vor wenigen Tagen beschlossene Liberalisierung beim Tanzverbot in den Nächten vor sogenannten stillen Feiertagen umzusetzen. „Städte und Gemeinden sind gefordert, unbürokratisch zu handeln“, sagte der FDP-Abgeordnete Tobias Thalhammer. Nach einem Kompromiss der schwarz-gelben Koalition soll das Tanzverbot in Nächten vor solchen Feiertagen wie Allerheiligen künftig erst ab 2.00 Uhr statt wie bisher ab Mitternacht gelten.

Abkürzung für „All Hallow’s Evening“

Das Wort „Halloween“ stammt aus dem Englischen und ist eine Abkürzung für „All Hallow's Evening“. Übersetzt heißt es in etwa „Alle Heiligen Abend“ und bezeichnet die Abendstunden und die Nacht vor dem christlichen Fest Allerheiligen am 31. Oktober. Der Ursprung des heutigen Halloween liegt dabei vermutlich in dem keltischen Totenritus „Samhain“, der bereits bei den Kelten des antiken Britannien und Irlands gefeiert wurde.

Mit dem Fest Samhain wurde das Ende der Sommerzeit und die Tatsache, dass das Vieh von den Feldern in die Ställe gebracht wurde, gefeiert. Die keltischen Druiden glaubten zudem, dass sich an diesem Tag die Toten und auch Götter den Menschen zeigten. Um dabei böse Geister fernzuhalten, entzündeten sie große Lagerfeuer auf Hügeln und zogen sich Masken und andere furchterregende Verkleidungen an. Die Hoffnung war, dass sie böse Geister damit entweder abschrecken konnten oder aber unter den Geistern schlicht nicht auffielen. Zusätzlich wollten die Druiden an dem Abend vor Allerheiligen auch dem Sonnengott für die eingebrachte Ernte danken.

Eng verbunden mit Halloween ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts das Symbol des „Jack-o'lantern“: ein großer ausgehöhlter Kürbis mit einem Fratzengesicht, in den eine brennende Kerze gestellt wird. Die Tradition geht auf eine irische Legende zurück. Anscheinend hatte der Bösewicht Jack Oldfield eines Tages den Teufel eingefangen und wollte ihn nur freilassen, wenn er ihm nicht mehr in die Quere käme. Nachdem Jack gestorben war, durfte dieser jedoch wegen seiner bösen Taten und wegen des Streits mit dem Teufel weder in den Himmel noch in die Hölle. Daher blieb Jack O. nur das Herumirren durch das Dunkel mit einer Laterne, einer ausgehöhlten Rübe übrig – die „Jack-o'lantern“. Im Volksbrauch wurde die Rübe zum Kürbis und die Laterne ein Mittel, um böse Geister abzuschrecken.