Autobahn in Bayern

Geisterfahrt mit drei Toten – Keine Hinweise auf Suizid

Eine Falschfahrerin, ihre sieben Jahre alte Tochter und der Fahrer eines entgegenkommenden Autos sind bei einem schweren Unfall ums Leben gekommen.

Foto: David Ebener / dpa

Der Geisterfahrer-Unfall in Bayern mit drei Toten gibt weiter Rätsel auf. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die 31 Jahre alte Unfallverursacherin Suizid begehen wollte, sagte am Mittwoch ein Sprecher der Polizei in Bayreuth. Auch über einen möglichen Familienstreit im Vorfeld sei nichts bekannt. Die Frau, die bei dem Unfall auf der A 73 nahe Hirschaid (Kreis Bamberg) ums Leben kam, habe getrennt von ihrem Ehemann gelebt. Warum die Frau unbekleidet am Steuer saß, ist unklar.

Bei einem schweren Unfall in Bayern waren am Dienstagmorgen eine vermutlich psychisch kranke Geisterfahrerin und zwei weitere Menschen ums Leben gekommen – darunter die kleine Tochter der Frau. Die 31-Jährige prallte mit ihren beiden Kindern im Wagen auf der Autobahn 73 bei Hirschaid in Oberfranken frontal mit einem anderen Fahrzeug zusammen.

„Psychische Ausnahmesituation“

Die Falschfahrerin, das sieben Jahre alte Mädchen und der Fahrer des entgegenkommenden Wagens starben noch an der Unfallstelle. Die Frau saß nackt in ihrem Auto, wie ein Polizeisprecher sagte. „Sie dürfte sich in einer psychischen Ausnahmesituation befunden haben.“ Die Polizei ermittele nun intensiv bei Freunden und der Familie der Geisterfahrerin.

Weiteres Kind in Lebensgefahr

Details waren zunächst nicht bekannt. Die Frau lebte in Coburg. Ihre zweite, vierjährige Tochter und der Beifahrer des entgegenkommenden Autos kamen mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Das Kind schwebte in Lebensgefahr.

Kurz vor Crash nackt an Tankstelle

45 Minuten vor dem Crash war die Frau nach Polizeiangaben in Coburg an einer Tankstelle gesehen worden – auch da war sie schon unbekleidet. Der Tankstellenpächter habe die Polizei informiert, sagte der Sprecher. Doch als die Streife eintraf, war die Frau schon weitergefahren. Wo genau sie auf die Autobahn fuhr, war zunächst nicht bekannt.

Ob die Kinder auf den Rücksitzen angeschnallt waren, war am Dienstag zunächst unklar. Der Kleinwagen sei durch den Zusammenprall um halb sieben Uhr morgens so stark zerstört worden, dass man dies nicht sofort klären konnte, sagte der Sprecher.

Der getötete Fahrer des entgegenkommenden Autos war 25 Jahre alt. Er fuhr das Auto seines Vaters, das im sächsischen Vogtlandkreis zugelassen worden war. Sein 54 Jahre alter Beifahrer kommt aus dem Landkreis Bamberg.

Die A73 in Richtung Suhl war stundenlang gesperrt. Gutachter, Polizei und Staatsanwaltschaft waren für die Ermittlungen am Unfallort.