Die Deutsche Bahn meldet im Kampf gegen Metalldiebe einen Fahndungserfolg: Erstmals seien Langfinger mit Hilfe der sogenannten künstlichen DNA überführt worden, berichtete der Schienenkonzern am Donnerstag. Als zwei Männer im saarländischen Neunkirchen einem Händler gestohlene Kabel anboten, schöpfte dieser Verdacht und meldete es der Bundespolizei, wie die Bahn mitteilte. Anhand der künstlichen DNA auf den Kabeln sei dann festgestellt worden, dass es sich um Bahneigentum handelt.

Die Bahn setzt diese künstliche DNA nach eigenen Angaben seit Herbst vergangenen Jahres als weltweit erstes Eisenbahnunternehmen ein und markiert damit bundesweit Kabel oder Schienen. Dabei wird eine Flüssigkeit mit dem künstlichen DNA-Code aufgesprüht, die mit dem bloßem Auge nicht erkennbar ist und erst unter UV-Licht zum Vorschein kommt. Der Code besteht aus winzigen Metallplättchen. Unter einem Mikroskop ist ein holografisches Logo erkennbar, das Metall als Bahneigentum kennzeichnet. Laut einer Bahnsprecherin hinterlässt die künstliche DNA zudem Spuren etwa auf der Kleidung von Dieben.

Nach Angaben der Bahn ist die Zahl der Metalldiebstähle in den ersten sechs Monaten dieses Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum um etwa zehn Prozent auf etwa 1400 Fälle zurückgegangen – vermutlich auch wegen des Einsatzes der künstlichen DNA. Noch immer führten Diebstähle von Buntmetall aber dazu, dass Strecken blockiert und Züge ausgebremst würden. Insgesamt waren im ersten Halbjahr mehr als 6400 Züge betroffen, etwa 77.000 Verspätungsminuten kamen zustande.

dpa/tj