Prozessauftakt

Mann versteckte tote Prostituierte in Kühltruhe

Die Polizei fand die Leiche der jungen Frau nur durch einen Zufall. Der mutmaßliche Mörder steht nun in Bielefeld vor Gericht.

Ein verurteilter Menschenhändler soll in Ostwestfalen eine junge Frau aus der Ukraine ermordet und in einer Kühltruhe eingefroren haben. Er steht seit Donnerstag in Bielefeld vor Gericht. Laut Anklage hatte der 42-Jährige die 21 Jahre alte Prostituierte im Jahr 2009 niedergeschlagen, erdrosselt und in Folie verpackt.

Das zierliche Opfer soll durch den Angriff völlig überrascht worden sein. Gerichtsmediziner haben am Körper der 21-Jährigen keine Abwehrverletzungen gefunden. Nach dem Mord soll der Angeklagte die Tote rund drei Jahre in einer Tiefkühltruhe versteckt haben, die in seiner Garage in Spenge bei Herford stand.

Der Mordprozess läuft beim Landgericht Bielefeld. Der arbeitslose Dachdeckergehilfe aus Bad Salzuflen schwieg am ersten Verhandlungstag zu den Vorwürfen. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann mit dem Opfer ein Verhältnis hatte. Die Getötete hatte vor einigen Jahren unter dem Namen Ines als Prostituierte in einem Herforder Bordell gearbeitet. Dann war sie plötzlich verschwunden.

Die Polizei war im Februar 2012 bei Schleuser-Ermittlungen zufällig auf die Leiche gestoßen. Der Angeklagte war 2007 als Menschenhändler zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Er hatte vornehmlich Ukrainerinnen mit gefälschten litauischen Pässen nach Deutschland geschleust.