Giftspritze

Geistig Behinderter in den USA hingerichtet

Im US-Bundesstaat Texas ist ein geistig behinderter Mann trotz scharfer Proteste der UN hingerichtet worden - 14 Jahre nach dem Urteil.

Die Behörden im US-Bundesstaat Texas haben trotz Protesten der Vereinten Nationen einen zum Tode verurteilten geistig Behinderten hingerichtet.

Der 33-jährige Afroamerikaner Yokamon Hearn wurde am Mittwoch (Ortszeit) mit einer Todesspritze exekutiert, die nur ein Gift und nicht wie bislang üblich drei verschiedene Stoffe enthielt, wie die Justizbehörden mitteilten.

Grund für die Änderung der seit 1982 üblichen Methode war, dass die Haltbarkeit des staatlichen Vorrats eines der eingesetzten Medikamente abgelaufen war. Am Mittwoch wurde eine einzige Dosis des starken Betäubungsmittels Pentobarbital verabreicht.

Die UN hatte die USA noch am Dienstag dazu aufgefordert, das Todesurteil mit Blick auf die Behinderung des Manns nicht zu vollstrecken.

Hearn war 1998 im Alter von 19 Jahren zum Tode verurteilt worden, weil er einen Börsenmakler im Auto entführt und getötet hatte.

In seinem 14. Lebensjahr war seine Behinderung festgestellt worden, die auf die Alkoholsucht seiner Mutter zurückgeführt wurde. Am Mittwoch lehnte der Oberste Gerichtshof der USA eine letzte Eingabe gegen die Exekution endgültig ab.

Ebenfalls am Mittwoch hatte der Bundesstaat Georgia die geplante Hinrichtung eines anderen geistig Behinderten verschoben. Die Todesstrafe gegen ihn soll nun am Montag vollstreckt werden.

Er war im Jahr 1991 wegen der Ermordung eines Mithäftlings zum Tode verurteilt worden. Ursprünglich hatte er wegen der Tötung seiner Freundin in Haft gesessen. Ein Gnadengesuch wurde am Montag abgelehnt.

Der Supreme Court hatte 2002 entschieden, dass geistig Behinderte nicht zum Tode verurteilt werden dürfen. Allerdings überließ das Gericht die Definition von geistiger Behinderung den Bundesstaaten.