Emanzipation

Parkhaus im Schwarzwald bietet jetzt Männerparkplätze

Der Bürgermeister von Triberg im Schwarzwald hat in einem Parkhaus kurzerhand zwei Männerparkplätze ausgewiesen.

Männer haben es nicht leicht, das wusste schon Herbert Grönemeyer, der im Jahr 1984 sang: "Männer haben's schwer, nehmen's leicht". Seitdem ist es nicht besser geworden. Im Gegenteil. Die Frauen im Jahr 2012, so heißt es in Lifestyle-Magazinen und Büchern immer wieder, leiden am modernen Mann: zu weich, zu schwach, zu wenig Macho. Und der Kanzler heißt nicht mehr Kohl, sondern Merkel - und ist eine Frau.

Doch im Schwarzwald steuert ein mutiger Mann dagegen und schafft in Zeiten von Elternzeit und Frauenquote in einem Parkhaus zwei Männerparkplätze. Ein Marssymbol - das Zeichen für Männlichkeit in Form eines Kreises mit einem Pfeil nach rechts oben - kennzeichnet den Männerparkplatz.

Doch so ganz ernst meint Gallus Strobel, CDU-Mann und Bürgermeister von Triberg, die Sache natürlich nicht. "Die Stellplätze sind sehr schwer zu befahren", sagte Strobel. "Da haben wir die Idee gehabt, daraus welche für Männer zu machen." Die beiden Plätze sind zwar nicht enger als andere, doch es sind die einzigen im Parkhaus, in die man nur rückwärts einparken kann. Und das erfolgreiche Rückwärtseinparken gehört zu den letzten Männerbastionen in Zeiten, in denen Frauen bei der Fußball-Europameisterschaft lauter brüllen als Männer.

Die Aktion sei mit einem Augenzwinkern zu sehen - und ganz im Sinne der Gleichberechtigung, sagte Strobel: Schließlich gebe es in dem Parkhaus auch zehn Frauenparkplätze. Mögliche empörte Reaktionen nimmt der Bürgermeister gerne in Kauf. "Ich freue mich darüber, das ist ein toller Marketing-Gag", sagte Strobel. Und: "Natürlich dürfen da auch Frauen parken."

( dpa/ak )

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