Rockermilieu

Großrazzia gegen Hells Angels in Norddeutschland

Rund 1000 Polizisten durchsuchten Bordelle, Gaststätten und Wohnungen. Der Verdacht: Menschen-, Waffenhandel, Korruption, Körperverletzung.

Foto: DPA

Mit einer groß angelegten Razzia ist die Polizei gegen Hells Angels vorgegangen. Rund 80 Gebäude – darunter Bordelle und Wohnungen - sind am Donnerstag in Norddeutschland von einem Aufgebot von rund 1000 Polizisten durchsucht worden. Spezialeinsatzkräfte nahmen sich auch das Privathaus von Hannovers Hells-Angels-Chef Frank Hanebuth vor. Der Rockerchef war nach Angaben der Polizei während der Aktion in seinem Haus. Ermittler trugen am Vormittag bereits Koffer und Rucksäcke von dem Grundstück.

Mit Sturmhauben maskierte Beamte standen während der Durchsuchung mit Maschinenpistolen vor dem aufgebrochenen Holzeingangstor. Nachbarn berichteten, dass schon gegen 5.00 Uhr ein Hubschrauber tief über dem Grundstück kreiste. „Es hat etwas Unheimliches“, sagte eine Anwohnerin.

Polizei und Staatsanwaltschaft in Kiel hatten am frühen Donnerstagmorgen mit der Großrazzia im Rockermilieu begonnen. Vor allem Bordelle, Gaststätten und Wohnungen waren betroffen. Etwa 1000 Beamte waren an den Aktionen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen beteiligt. Es wird wegen Körperverletzung, Menschenhandel, Waffenhandel und Korruption ermittelt.

Die Aktion richtete sich besonders gegen Mitglieder des seit Januar verbotenen Kieler Chapters der Hells Angels. Die Einsatzkräfte würden im Rahmen der Null-Toleranz-Strategie gegen Rocker-Kriminalität so stark auftreten, berichtete die Polizei.

Die Hells Angels mit ihrem Emblem des geflügelten Totenkopfes gelten als mitgliederstärkster Rockerclub in Welt. Sie waren in der Vergangenheit in Deutschland immer wieder wegen Verbrechen, brutalen Konkurrenzkämpfen gegen andere Rockerbanden oder wegen Verboten ihrer Chapter in die Schlagzeilen geraten.