Megaupload-Gründer

Kim Dotcom bekommt im Hausarrest 37.000 Euro

Seit seiner Festnahme sind die Konten von Kim Schmitz alias Dotcom eingefroren. Ein neuseeländisches Gericht gewährt dem Gründer des Online-Portals Megaupload nun 37.000 Euro im Monat – und die Nutzung eines Mercedes'.

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Ein neuseeländisches Gericht hat dem unter Hausarrest stehenden Megaupload-Gründer Kim Dotcom alias Schmitz ein monatliches Budget von über 37.000 Euro sowie die Verwendung seines Mercedes' zugestanden.

Die richterliche Entscheidung wurde am Donnerstag in der neuseeländischen Stadt Auckland bekannt gegeben. Der deutsche Unternehmer darf diese Summe fortan für Unterhalt und Prozesskosten von seinen zuvor eingefrorenen Konten abheben. Zudem kann der 38-jährige Dotcom eines seiner Autos, einen Mercedes Benz, verwenden. Sein Vermögen von etwa zehn Millionen neuseeländischen Dollar (7,5 Millionen Euro) und eine ganze Flotte von Luxusautos waren im Januar beschlagnahmt worden.

Die US-Justiz beantragte die Auslieferung Dotcoms und drei seiner Mitarbeiter. Er und seine Kollegen stehen in Auckland unter Hausarrest. Ihnen werden Verstöße gegen Urheber- und Nutzungsrechte vorgeworfen. In den USA droht Dotcom eine Freiheitsstrafe von bis zu 20 Jahren, weil auf der von ihm gegründeten Webseite Megaupload Millionen von illegalen Downloads zur Verfügung gestellt wurden, darunter viele Kinofilme.

Hosting-Firma will nicht auf Kosten sitzen bleiben

Bereits am Dienstag reichte die US-Firma Carpathia Hosting, auf deren Servern die Unmengen an Daten der Seite gespeichert sind, bei Gericht im US-Staat Virginia einen Antrag ein, um sich gegen die weiter anfallenden Kosten für die Speicherung der Daten abzusichern. Es zahle dafür 9000 Dollar (etwa 6800 Euro) am Tag, teilte das Unternehmen mit. Das entspricht 500.000 Dollar seit Januar, als die US-Behörden den Zugriff auf die Seite sperrten.

Nach Angaben des Unternehmens sind Daten von insgesamt 66 Millionen Nutzern weiterhin auf ihren Servern gespeichert. Sie lagern auf über 1100 digitalen Großspeichern, auf die aus dem Internet zugegriffen werden konnte. Insgesamt handele es sich um Daten im Umfang 25 Millionen Gigabyte.

In dem Antrag von Carpathia Hosting hieß es, bisher habe es davon abgesehen, die Daten zu löschen. Unter anderem die Branchenorganisation Motion Picture Association of America bat darum, die Daten wegen der vielen illegal heraufgeladenen Filme nicht zu entfernen, um sie als Beweismaterial in einem möglichen Zivilprozess verwenden zu können.