Lawinenunglück

Prinz Friso - Panne im Rettungshelikopter

Als der niederländische Prinz Johan Friso nach seinem Skiunfall im Rettungshubschrauber wiederbelebt wurde, soll es wegen eines leeren Akku zu einer dramatischen Situation gekommen sein.

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Bei der Rettung des niederländischen Prinzen Johan Friso soll es im Rettungshubschrauber zu einer schweren Panne gekommen sein. Das berichtet die „Bild“-Zeitung. Als es um Leben und Tod ging, sei der Akku eines Reanimationsgerätes ausgefallen. Man habe Frisos Herz mit einem „AutoPulse“-Gerät wiederbeleben wollen. Doch dessen Akku fiel aus, das Herz des in Lebensgefahr schwebenden Friso musste per Hand massiert werden.

Matthias Marxgut, Bergretter der Landesleitung Vorarlberg, bestätigte laut „Bild“ den Vorfall: „Nachdem ein Herzstillstand festgestellt worden war, wurde der Prinz an das Herzdruckmassagegerät angeschlossen. Doch aufgrund der Kälte war der Akku nach einer gewissen Zeit leer.“

Insidern zufolge sei dies nach neun Minuten der Fall gewesen – normalerweise halte ein solcher Akku 40 bis 60 Minuten. Während ein Retter den Akku gewechselt habe, hätte ein anderer von Hand massiert. Ein Ersatzakku sei angeblich nach 15 Minuten leer gewesen. Die Bergrettung bestreite jedoch dieses Detail.

Die Wiener Herstellerfirma von „AutoPulse“ habe nach einer Überprüfung bereits im September 2011 der Helikopterfirma nahegelegt, die Akkus der Geräte auszutauschen.

Prinz Johan Friso hat bei seinem Lawinenunfall einen schweren Hirnschaden erlitten und bleibt womöglich lebenslang im Wachkoma. Seine Ärzte zweifeln, ob der 43-Jährige je wieder zu Bewusstsein kommt. Der Sauerstoffmangel habe das Gehirn schwer geschädigt, gaben die Mediziner am Freitag in Innsbruck bekannt. Eine Lawine hatte den zweitältesten Sohn von Königin Beatrix vor einer Woche beim Skifahren in Lech am Arlberg verschüttet.

Anteilnahme in den Niederlanden an Frisos Schicksal

Nach der düsteren Prognose für Friso ist die Anteilnahme in den Niederlanden an dem Schicksal der Königsfamilie groß. Die Menschen schickten immer mehr Blumen und Grußkarten zum Palast in Den Haag, berichteten niederländische Medien am Wochenende.

Derzeit wird nach einer Reha-Klinik für Friso gesucht. Königin Beatrix (74) wollte das Wochenende in den Niederlanden verbringen, aber schon zu Wochenbeginn wieder nach Lech zurückkehren. Nach Informationen des ORF wollen die Königin und Mabel, die Frau des Prinzen, gemeinsam mit den Ärzten der Klinik Innsbruck das weitere Vorgehen besprechen.

Derweil dreht sich die Debatte in Österreich auch um ein mögliches Skiverbot im Gelände. Die Tourismus-Verantwortlichen in Lech wollen das Fahren im freien Gelände jedoch trotz des Unfalls nicht einschränken. Man könne nicht „einen ganzen Berg sperren“, sagte Tourismusdirektor Hermann Fercher dem ORF-Sender „Radio Vorarlberg“.