Ein 35-jähriger Syrer ist in Sarstedt südöstlich von Hannover offenbar gezielt von zwei Männern erschossen worden. Wie die Polizei in Hildesheim mitteilte, sollen zwei bislang unbekannte Personen an den Wagen des Opfers herangetreten sein, als dieser an einer roten Ampel halten musste.

Zeugen beobachteten den Vorfall und alarmierten die Polizei. Laut Zeugenaussagen sollen die Unbekannten mehrfach ins Auto geschossen haben, hieß es bei der Polizei weiter. Der 35-Jährige starb noch vor Ort. Die beiden Tatverdächtigen konnten flüchten.

Nähere Angaben zur Tat und zum möglichen Motiv, konnte die Polizei am frühen Montagmorgen noch nicht machen. Über das Opfer sei lediglich bekannt, dass er aus Hildesheim stamme, sich aber häufiger in Sarstedt aufhalte.

Hintergründe noch unklar

Die Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen. Weitere Informationen konnten die Ermittler zunächst nicht nennen.

Erst in der vergangenen Woche war ein syrischer Oppositioneller in Berlin überfallen worden. Unbekannte waren mitten in der Nacht in die Wohnung des Grünen-Politikers Ferhad Ahma eingedrungen und hatten wortlos mit Stangen und Schlagstöcken auf ihn eingeschlagen. Er habe schwere Prellungen und Verletzungen am ganzen Körper erlitten.

Hinter der Prügelattacke soll der syrische Geheimdienst stecken, um die Arbeit der Oppositionellen im Ausland zu verhindern. Ahma ist Mitglied im oppositionellen – und von Syrien nicht anerkannten – Nationalrat. In Deutschland arbeitet er als Dolmetscher und im Integrationsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung von Berlin-Mitte.

dpa/dapd/ap