Nach Unterbrechung

Bergungsteam pumpt erneut Öl aus der "Rena"

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Das vor Neuseeland auf Grund gelaufene Schiff droht auseinanderzubrechen. Unterdessen wurde gegen Kapitän und Offizier Anklage erhoben.

Video: Reuters
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Eine Woche nach der Havarie der "Rena" an einem Riff vor Neuseeland ist ein Bergungsteam erneut an Bord gegangen, um die restlichen 1300 Tonnen Schweröl aus dem Frachter zu pumpen. Drei Experten erklärten das Schiff nach einer fünfstündigen Inspektion für stabil genug.

Hoffnung im Kampf gegen die Ölpest vor Neuseeland: Nach einer zweitägigen Unterbrechung wegen heftigen Sturms ist wieder ein Bergungsteam an Bord des havarierten Containerschiffs „Rena“ gegangen. Die drei Experten erklärten den Frachter nach einer fünfstündigen Inspektion am Donnerstag für stabil genug, um einen neuen Anlauf zu starten, die verbleibenden 1300 Tonnen Schweröl aus den Treibstofftanks abzupumpen. Der vorherige Versuch hatte wegen rauer See abgebrochen werden müssen.

Nach wie vor drohe das 236 Meter lange Schiff wegen mehrerer Risse im Rumpf auseinanderzubrechen, teilte die staatliche Schifffahrts- und Meeresschutzbehörde (MNZ) mit. Bis zu 400 Tonnen des giftigen Öls sind bereits in den Südpazifik ausgelaufen. Die klebrige Brühe hat einen 30 Kilometer breiten Streifen an der Küste der Plenty-Bucht verschmutzt. Mindestens 500 Seevögel verendeten, darunter auch Zwergpinguine. Auch fünf ölverklebte Seehunde wurden entdeckt. Auf einer Länge von 30 Kilometern erreichte die giftige und übelriechende schwarze Flut die Küste und die weißsandigen Strände der Plenty-Bucht nahe der Hafenstadt Tauranga. Zahlreiche Freiwillige, darunter 150 Soldaten, helfen beim Reinigen des Ufers. Auf dem Meer sind ein Dutzend Schiffe im Kampf gegen die Ölpest im Einsatz.

Wegen schlechten Wetters habe man die Bergungsarbeiten an der „Rena“ zeitweise zurückfahren müssen, sagte ein Sprecher der Reederei Costamare in London. „In den letzten 24 Stunden hat das Wetter gegen uns gearbeitet.“ Ob ein Auseinanderbrechen drohe, könne er derzeit nicht sagen. „Wir hoffen natürlich sehr, dass das nicht passiert.“

„Wir hatten am Montag die ersten Ölflecken vom Unfall. Die waren riesengroß, teilweise so groß wie ein Autoreifen“, sagte Julian Klose der Nachrichtenagentur dpa. Der 20-Jährige aus Hildesheim in Niedersachsen arbeitet seit einem Monat als Aushilfe in einem Restaurant der Stadt. Anwohner wurden wegen des Gestanks aufgefordert, die Fenster geschlossen zu halten. Auf der kleinen Motiti-Insel brachen Maori-Bewohner in Tränen aus, als sie das Öl erblickten. Sie leben vor allem vom Fischfang.

Die Behörden werfen dem 44-jährigen philippinischen Kapitän und seinem Zweiten Offizier vor, für „unnötige Gefahren und Risiken“ bei der Schiffsführung verantwortlich zu sein. Nach neuseeländischem Recht steht darauf bis zu ein Jahr Haft. Der Zweite Offizier ist in der Regel für die Navigation und die Pflege der Seekarten zuständig. Der Kapitän sei sehr erfahren und zuverlässig, betonte der Reederei-Sprecher.

Die örtlichen Behörden wundern sich, wie es zu der Havarie kommen konnte. Das nur 80 Meter breite Riff sei seit mehr als 180 Jahren in den Seekarten verzeichnet, und es gebe für Schiffe klare Anweisungen, wie es zu umrunden sei. Das Unglück geschah am 5. Oktober. An dem Tag hatte der Kapitän Geburtstag, wie nach Medienberichten aus den Ermittlungsunterlagen hervorgeht. Der Kapitän und sein Navigationsoffizier wurden inzwischen der fahrlässigen Schiffsführung angeklagt. Ihnen droht eine einjährige Haftstrafe. Der Frachter hat eine bedrohliche Schlagseite von 22 Grad. 90 seiner fast 1400 Container wurden in der aufgewühlten See über Bord gespült. Sie sind eine Gefahr für andere Schiffe.

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