Prozess

Pfahls zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt

Der ehemalige Verteidigungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls ist am Mittwoch vom Landgericht Augsburg zu einer Haftstrafe von vier Jahren und sechs Monaten wegen Bankrotts und Betrugs verurteilt worden. Er hatte sich zuvor als mittellos ausgegeben.

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Der ehemalige Verteidigungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls ist am Mittwoch vom Landgericht Augsburg zu einer Haftstrafe von vier Jahren und sechs Monaten wegen Bankrotts und Betrugs verurteilt worden. Seine Ehefrau muss wegen Beihilfe zum Bankrott und Betrug für zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Der mitangeklagte Lobbyist Dieter Holzer erhielt eine Haftstrafe drei Jahren und sechs Monaten wegen Beihilfe zum Bankrott.

Pfahls musste sich seit Anfang Oktober unter anderem wegen falscher eidesstattlicher Versicherung, Steuerhinterziehung, Bankrotts und Erpressung vor Gericht verantworten. Im Prozess gab er zu, Millionen besessen und sich gleichzeitig als mittellos ausgegeben zu haben.

Neben Pfahls waren ursprünglich acht Helfer wegen Beihilfe zum Bankrott angeklagt – sechs von ihnen wurden nach umfänglichen Geständnissen bereits zu Bewährungs- und Haftstrafen verurteilt.

Der Staatsanwalt hatte zuvor fünf Jahre Haft wegen Bankrotts für Pfahls gefordert. Der 68-Jährige habe lückenhafte Angaben über die Herkunft der Millionen gemacht, die er vor seinen Gläubigern versteckt habe, sagte Staatsanwalt Peintinger. „Das verstehe ich nicht unter 'reinen Tisch machen'.“ Für Pfahls' Ehefrau hatte der Ankläger eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren und neun Monaten wegen Beihilfe zum Bankrott und Betrug gefordert. Für Holzer zwei Jahre und drei Monate Haft.

Pfahls war 1999 untergetaucht, nachdem im Zusammenhang mit dubiosen Rüstungsgeschäften des Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber der Verdacht auf Schmiergeldzahlungen aufgekommen war. 2004 wurde er in Paris gefasst und 2005 in Augsburg wegen Vorteilsannahme und Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt.

Doch statt später die geforderten Prozesskosten und Steuerforderungen zu begleichen, gab Pfahls sich nach der Haftentlassung als mittellos aus. Nach Angaben von Staatsanwalt Peintinger verfügte er jedoch über ein Vermögen von mehr als fünf Millionen Euro.