Rettung in Südafrika

Betäubte Nashörner kopfüber auf Helikopter-Trip

Trauriger Rekord in Südafrika: Wilderer töten so viele Nashörner wie nie zuvor. Doch es gibt Lichtblicke. Der WWF siedelte besonders bedrohte schwarze Rhinozerosse um.

Die verbotene Jagd auf Nashörner hat nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF in Südafrika einen neuen Rekord erreicht. In diesem Jahr seien bereits 341 Tiere durch Wilderer getötet worden, mehr als im gesamten vergangenen Jahr mit 333 gewilderten Nashörnern, erklärte der WWF.

Die Nachfrage nach Rhinozeros-Horn ist auf dem Schwarzmarkt laut WWF stark gestiegen. Vor allem in Vietnam ist es sehr gefragt, wo es traditionell zur Behandlung von Krebs eingesetzt wird. Der Preis pro Horn liegt derzeit bei einer halben Million Dollar.

Die Organisation forderte die Behörden auf, die kriminellen Kartelle, die den Rhinozeros-Schwarzmarkthandel zwischen Südafrika und Vietnam betreiben, aufzudecken und zu zerschlagen. Vietnam solle dem Beispiel Südafrikas folgen und Wilderer, Schmuggler und Händler ins Gefängnis schicken.

Südafrika setzt inzwischen die Armee im Kampf gegen Nashorn-Wilderer ein. Die Wilderer gehen jedoch immer professioneller vor und setzen bei ihrer illegalen Jagd Hubschrauber, Nachtsichtgeräte und Hightech-Gewehre ein.

Umsiedelung per Hubschrauber

19 der besonders bedrohten schwarzen Nashörner ließ der WWF nun in einer spektakulären Aktion in ein Gebiet nach Limpopo umsiedeln: Die tonnenschweren Tiere wurden per Hubschrauber transportiert und sollen nun dafür sorgen, dass die Bestände der Art wieder wachsen.

Dafür wurden recht neuartige Methoden angewandt: So wurden die betäubten Rhinos über kürzere Strecken kopfüber an den Beinen festgebunden, um sie durch die Luft zu wartenden Fahrzeugen zu befördern.

Bei vorangegangenen derartigen Aktionen seien die Tiere entweder in Lastwagen oder durch sehr schwer zugängliches Gelände oder in Netzen durch die Luft befördert worden. Die neue Prozedur sei besser für die Nashörner, unter anderem weil sie nicht mehr so lange unter Betäubung gesetzt werden müssten, sagte WWF-Projektleiter Dr. Flamand .

Insgesamt habe der WWF bereits sieben neue Populationen schwarzer Nashörner geschaffen und knapp 120 Tiere umgesiedelt.

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