Luftverkehr

Eine Woche der außergewöhnlichen Landungen

Vogelschlag, spektakuläre Notlandungen und undichte Fenster: Im November 2011 häuften sich ungewöhnlich viele Flugzeug-Pannen.

Diese Tage sind nichts für Menschen mit Flugangst – spätestens nach dieser Woche hätte jeder, der sonst mit einem mulmigen Gefühl in den Flieger steigt, die perfekte Ausrede, um am Boden zu bleiben.

Alles begann schon in der vorigen Woche mit der spektakulären Notlandung in Teheran. Beim Landeanflug bemerkte die Crew, dass das vordere Fahrwerk der Iran-Air-Maschine nicht ausgefahren werden konnte. Schließlich landeten die Piloten auf den Hinterrädern und hielten den vorderen Teil des Flugzeugs so lange wie möglich in der Luft. Die Maschine kam schließlich auf dem Bauch zum Stehen.

Wenig später musste eine polnische LOT-Maschine in Warschau sogar ganz ohne Fahrwerk landen .

Verschmorte Plastikteile im Ofen

Auch nicht schön war der Müffel-Alarm in den Flugzeugen der Lufthansa . Weil die Crew einen "seltsamen Geruch" in der Kabine wahrgenommen hatte, musste der Airbus 320 aus Nizza in Frankfurt ein paar Minuten früher als erwartet landen.

Schon zuvor war es zu zwei ähnlichen Zwischenfällen gekommen. Wie sich später herausstellte kam der komische Geruch aus der Bordküche. Nur Menschen mit ganz schwarzem Humor denken jetzt: Ach, das war doch bestimmt die Rinderroulade, die Lufthansa im Angebot hat. Aber nein. Der Geruch wurde in den ersten beiden Fällen durch "Plastikteile" verbreitet, die im Ofen der Bordküche verschmort waren, wie der Pressesprecher der Lufthansa sagte.

Als ob das alles nicht schon unheimlich genug gewesen wäre, kam es dann auch noch zum Vogelschlag: Eine Condor-Maschine musste zu seinem Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel umkehren, weil Vögel in das Triebwerk geraten waren. Wie gefährlich das ist, weiß man spätestens seit der spektakulären Notwasserung auf dem Hudson-River.

Der Deutsche Ausschuss zur Verhütung von Vogelschlag hat furchteinflößende Fotos auf seiner Website veröffentlicht. Triebwerke können durch Vögel beschädigt werden; sogar Cockpit-Scheiben zersplittern. Der Ausschuss, den es schon seit 1964 gibt, versucht, Vogelschlag zu verhindern, indem er den Lebensraum für die Vögel am Flughafen möglichst unattraktiv macht.

Das heißt: Das Gras wird nicht gemäht, sondern wächst hoch, damit die Greifvögel von oben keine Mäuse darin entdecken können. Auch Sträucher und Beeren sollten am Flughafen nicht wachsen.

Triebwerksprobleme und undichtes Fenster

Aber damit ist die Woche der Flugzeug-Pannen noch nicht vorbei: In Warschau musste eine Boeing notlanden, weil es Probleme mit einem undichten Fenster gab. In Dubai musste ein Qantas-Airbus wegen eines Triebwerksproblems landen, und in München kam eine Boeing 777 von der Piste ab und blieb im Gras stehen. Wie es zu dem Vorfall in München kommen konnte, ist bislang noch unklar.

Es war also wahrlich keine leichte Zeit für Menschen mit Flugangst, aber dennoch besteht kein Grund zur Beunruhigung.

Piloten werden für solche Zwischenfälle regelmäßig geschult, und das Risiko, bei einem Flugzeugunglück zu sterben, ist laut dem Statistischen Bundesamt noch immer minimal im Vergleich zu dem Risiko, bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen.

Flugzeugunternehmen, die die Sicherheitsanforderungen der europäischen Länder nicht erfüllen, dürfen gar nicht erst einfliegen. Buchen Touristen eine Reise in Länder außerhalb Europas, sind Reiseveranstalter dazu verpflichtet sie zu warnen, wenn sie mit riskanten Linien fliegen wollen. Und das sind doch alles ziemlich gute Nachrichten.