Tod bei Klassenfahrt

Prozess um Alkoholpanscher abermals vertagt

In der Türkei ist der Prozess wegen des Todes von drei Berufsschülern aus Lübeck erneut vertagt worden. Sie hatten 2009 während einer Klassenfahrt gepanschten Wodka gekauft, waren daraufhin ins Koma gefallen und gestorben. Einer der Angeklagten hatte seine Vorladung nicht erhalten.

Der Prozess wegen der tödlichen Schnapsvergiftung von drei Lübecker Schülern in der Türkei ist am Dienstag wegen einer Behördenpanne auf den 11. November vertagt worden. Ein zwischenzeitlich in ein anderes Gefängnis verlegter Hauptangeklagter konnte nicht vorgeführt worden, da eine Vorladung noch an die alte Haftanstalt ging, wie das Gericht erklärte. Ein Urteil in dem Prozess hätten deswegen angefochten werden können.

„Dem Angeklagten muss Gelegenheit zu einem letzten Wort gegeben werden. Sonst würde das Urteil aufgehoben“, sagte die Opferanwältin Deniz Yildirim am Dienstag in Istanbul telefonisch nach der Entscheidung des Gerichtes. Sie erwarte ein Urteil nun am Freitag kommender Woche.

Bei einer Klassenfahrt im März 2009 hatte die Schülergruppe aus Lübeck im Hotel „Anatolia Beach“ in Kemer den tödlichen Alkohol getrunken. Die Schüler dachten, es sei Wodka. Der Schnaps war jedoch mit hochgiftigem Methylalkohol gepanscht. Ein 21-Jähriger starb an einer Methanolvergiftung, ein 17- und ein 19-Jähriger fielen ins Koma und starben später in der Uniklinik Lübeck.

Angeklagt sind insgesamt 13 türkische Staatsbürger. Zwei in Untersuchungshaft sitzende Brüder werden als Haupttäter beschuldigt. Ihnen wird vorgeworfen, Schnaps mit hochgiftigem Methylalkohol gepanscht zu haben.

Die Angeklagten stehen seit Anfang vergangenen Jahres vor Gericht. In dem Verfahren hatte der Staatsanwalt zuletzt auf Totschlag plädiert. Mehreren Mitangeklagten wirft er fahrlässige Tötung vor. Für Totschlag sind bis zu 25 Jahre Haft möglich. Gibt es mehrere Opfer, kann sich die Haftdauer verlängern.