Beim Absturz einer historischen Propellermaschine während einer Flugshow in Reno im US-Bundesstaat Nevada sind nach Medienberichten mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Wie der Leiter der Veranstaltung, Mike Houghton, mitteilte, wurden 54 Menschen teilweise sehr verletzt. Bei den Todesopfern handelt es sich den Berichten zufolge um zwei Zuschauer und den 74 Jahre alten Piloten der Unglücksmaschine. Eine offizielle Bestätigung für die Todesopfer gab es aber zunächst nicht.

Auch die Absturzursache blieb vorerst unklar. Experten der Nationalen Transportsicherheitsbehörde NTSB ermittelten am Unglücksort. Nach Berichten örtlicher Fernsehstationen war der Pilot äußerst flugerfahren. Ein Sender berichtete, er habe vor dem Absturz noch einen Notruf abgesetzt. Die Absturzstelle bot ein Bild des Schreckens mit Leichenteilen und rauchenden Trümmern.

Das historische Jagdflugzeug vom Typ P 51 Mustang – eine einmotorige Maschine, die bei der US-Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kam – war nahe einer Zuschauertribüne im Sturzflug auf die Erde geprallt. Auf Videoaufnahmen waren eine Staubwolke und herumfliegende Trümmerteile zu sehen. Augenzeugen sagten dem Sender CNN, dass die Maschine in eine vorgelagerte Sitzreihe gestürzt sei, die unter anderem für Organisatoren der Veranstaltung reserviert gewesen sei.

Eine Augenzeugin, Maureen Higgins, saß 30 Meter von der Absturzstelle entfernt und sah mit Entsetzen, wie ein Mann in der Reihe vor ihr von einem Trümmerstück am Kopf getroffen wurde. „Ich habe Körperteile und Blut gesehen, das glaubt man nicht“, sagte sie. „Ich rede über einen Arm, ein Bein. Den Überlebenden fehlten Körperteile.“

Unter den Toten ist der Pilot Jimmy Leeward, sagte der Präsident der Reno Air Races, Mike Houghton. Leeward war ein bekannter Flieger mehr als 150 Rennen geflogen und Stunt-Pilot in mehreren Kinofilmen war, darunter „Amelia“ und „Cloud Dancer“. Ein Augenzeuge, Ronald Sargis vom Fernsehsender KCRA-TV, sagte, das Flugzeug sei in die Frontreihe der Tribüne gekracht. Es habe so ausgesehen, als ob der Pilot alles versucht habe, den Absturz in die Menge zu vermeiden.

Der Unfall ereignete sich bei den alljährlichen populären National Championship Air Races, einer Art Rennen in der Luft mit stets Tausenden von Zuschauern. US-Fernsehsender zeigten Bilder von blutüberströmten Menschen, die auf Tragen zu Krankenwagen und Helikoptern gebracht wurden. Ein Augenzeuge sprach von einer „Horrorszene“.

Zu den National Championship Air Races in Reno kommen jedes Jahr im September Tausende von Zuschauern, um Rennen militärischer und ziviler Flugzeuge zu sehen. Der Wettbewerb ähnelt einem Autorennen, die Flugzeuge fliegen nebeneinander einen mit Pylonen markierten ovalen Kurs, manchmal bis zu 15 Meter tief und mit Geschwindigkeiten um 800 Kilometer pro Stunde.

dpa/dapd/sei