"Big Brother"-Comeback

Naddel – Ich bin kein Star, holt mich hier rein!

D-Promi Naddel ist wieder da – und hat einen radikalen Schnitt gemacht: Bloß keinen Trash mehr! Deshalb zieht sie jetzt in den "Big Brother"-Container.

Mit Naddel (46) ist es ein bisschen wie mit Herpes. Kein Mensch weiß, woher sie kommt. Und eigentlich mag sie auch keiner. Aber würde sie nicht ständig in unpassenden Momenten zur Tür hereinplatzen, gäbe es weniger Klatsch.

Jetzt hat es Nadja Abd El Farrag, wie der Liebling des Boulevards mit bürgerlichem Namen heißt, wieder geschafft. Man redet über sie. Ab Montag zieht sie für einige Tage zu RTL II, in die Big-Brother-WG.

Nun könnte man sich kurz fragen: Naddel, wer war nochmal Naddel? Eine gelernte Apothekenhelferin, die ihre Berühmtheit einzig und allein dem Umstand verdankt, dass sie es beinahe zwölf Jahre lang an der Seite eines Herrn aus Tötensen aushielt, der in den 80er-Jahren die Föhnfriseur rehabilitierte und dabei aus Versehen einen Ohrwurm nach dem anderen herausbrachte.

Der Container als Rettung?

Man könnte unterdrückt gähnen und fragen, ob eine Ex von Dieter Bohlen dem Sender RTL II tatsächlich helfen könne, die schwächelnden Quoten seiner einst so revolutionären Reality-Soap anzukurbeln. Dabei ist es genau umgekehrt. Der Big-Brother-Container hat Naddel schon einige Male Unterschlupf gewährt. Doch diesmal könnte er ihre Rettung werden. Naddel sucht Asyl.

Gerade war sie beim Friseur. Ihr "Fiffi", ein eingenähtes Haarteil, kam ab. Ein radikaler Schnitt in ihrem Leben. Ein Kamerateam des Boulevardmagazins "taff" (Pro Sieben) filmte die wundersame Verwandlung.

Man sah die lichten Stellen auf ihrer Kopfhaut. Die ersten grauen Haare. Irgendwie gelang es dem Friseur, ihr einen hübschen Pagenkopf zu zaubern. Aus Naddel wurde Nadja Abd El Farrag.

Mit dem Trash sei jetzt Schluss, verkündete die Hamburgerin tapfer. Kein Alkohol mehr. Keine nächtlichen Jobs mehr in schummerigen Diskotheken. Sie gehe jetzt schließlich auf die "fuffzich" zu.

Ich bin kein Star, holt mich hier rein!

Das klang nach einem Hilferuf: Ich bin kein Star, holt mich hier rein! Bei "taff" verhallte er nicht ungehört. "Hast du Angst vor dem sozialen Absturz?", fragte eine Reporterin scheinheilig.

Eine rhetorische Frage. Naddel hatte sie zuvor schon bejaht. Wie solle das bloß weitergehen, hatte sie da gejammert. Sie sei jetzt 46. Sie müsse bis zur Rente schon noch ein bisschen Geld verdienen.

Gelegenheiten dazu hat es in der Vergangenheit offenbar nicht genug gegeben. Für Geld, so schien es, machte Naddel fast alles.

Mal zog sie sich für Männermagazine aus, mal ließ sie ihren Busen für eine Sat.1-Sendung wiegen. Mal gab sie sich als Aushängeschild für eine Erotik-Fachmesse her. Oder sie versuchte sich als Sängerin am Ballermann, nach Gesangsstunden bei einem Herrn Siegel.

12 Jahre Tötensen

Anerkennung erntete sie dafür nicht. Nur Häme und Spott. Das ist ihr inzwischen offenbar selber bewusst geworden. Zuletzt habe ihr ein Porno-Produzent einen Dreh als Darstellerin angeboten, erzählte sie bei "taff". Riss die Augen auf, gab sich Mühe, empört zu klingen.

Es war der vorläufige Tiefpunkt. Sie hat an der Seite von Super-Dieter einen Penis-Bruch, ungezählte Nebenbuhlerinnen und Überstunden im Solarium überlebt.

Zwölf Jahre in Tötensen waren eine gute Schule. Ein Härtetest für die Jobs, die danach kamen. Naddel nahm sie gerne an, vorausgesetzt, sie stand im Rampenlicht. Doch dem Porno-Produzenten gab sie einen Korb.

Solche unmoralischen Angebote wird ihr RTL II nicht machen. Man kann darüber streiten, ob das für oder gegen den Sender und seine Reality-Soap spricht. Wer hätte gedacht, dass Naddel einmal so tief stürzen könnte, dass ihr der Container-Sender als Mutter Teresa erscheint?