Gestrandeter Pinguin

"Happy Feet" schwimmt mit Kamera und GPS zurück

Bei seiner weiten Reise zurück in die Antarktis bekommt der in Neuseeland gestrandete Pinguin technisches Gerät mit: Eine Rücken-Kamera soll seinen Fortschritt festhalten.

Er war plötzlich da. Und Neuseeland, ach was, die halbe Welt nahm Anteil an seinem Schicksal. Ein Kaiserpinguin, der eigentlich in der Antarktis zu Hause ist, tauchte Ende Juni an einem Strand in Neuseeland auf. Das männliche Jungtier war 3000 Kilometer in die falsche Richtung geschwommen.

Das Dramatische folgte aber erst. Das entkräftete Tier hielt den Sand am Strand für Schnee und fraß ihn, denn in der Antarktis fressen Pinguine den Schnee, um ihren Flüssigkeitshaushalt in der Balance zu halten. Der Sand bekam dem Pinguin aber nicht, sein Magen musste im Zoo von Wellington mehrfach ausgespült werden. Die Neuseeländer nannten das Tier Happy Feet, nach einem Pinguin aus einem Trickfilm.

Lange sah es gar nicht gut aus für Happy Feet, aber das Tier erholte sich überraschend schnell, als der Magen von Sand und Treibholz befreit war. Jetzt aber stellt sich die Frage: Wie kommt der Pinguin in seine Heimat zurück? Dafür wurde eine „Pinguin-Beratungsgruppe“ aus Wissenschaftlern und Ärzten gegründet.

Das Team kam zu folgendem Schluss: Ein Fischerboot soll den Pinguin in den Ozean südöstlich von Neuseeland bringen. Etwa auf Höhe des 50. Breitengrads wird Happy Feet dann ausgesetzt. Die Aktion kostet allerdings umgerechnet etwa 18.000 Euro, da der Pinguin in einer speziellen Kühlbox reisen muss. Der Zoo von Wellington hat bereits zu Spenden aufgerufen.

Damit auch alle sehen können, wie gut es Happy Feet inzwischen geht, wurde eine Webcam in seiner Box installiert, schon 120.000 User verfolgen die Genesung. Vor seiner Freilassung werden eine Kamera und ein GPS-Gerät auf seinem Rücken montiert. Dann können alle im Internet sehen, wo Happy Feet gerade unterwegs ist, ob er eine Partnerin gefunden hat oder ob er wieder auf Abwegen schwimmt – Richtung Neuseeland.