Anti-Raucher-Kampagne

Tabakfirmen verklagen US-Regierung

Die amerikanische Regierung will mit Schockfotos auf Zigarettenpackungen gegen die große Zahl der Raucher in den USA vorgehen. Das gefällt der Tabakindustrie gar nicht. Vier der fünf größten US-Tabakfirmen verklagen deshalb die Regierung.

Wegen neu vorgeschriebener Warnhinweise über die Gefahren des Rauchens haben vier der fünf größten US-Tabakfirmen Klage gegen die Regierung in Washington eingereicht. Mit den neuen Hinweisen seien sie gezwungen, Warnungen der Regierung vor dem Rauchen besser sichtbar anzubringen als ihren eigenen Markennamen, erklärten die Unternehmen.

Nie zuvor in den USA seien Hersteller eines legal produzierten Produkts verpflichtet worden, auf ihrer eigenen Verpackung und in ihrer Werbung eine emotional aufgeladene Botschaft der Regierung zu übermitteln, mit der erwachsene Verbraucher dazu gedrängt werden, ihre Produkte zu meiden, heißt es in der Klage. Außerdem verstoße die Vorschrift gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung.

Die US-Drogenbehörde (FDA) hatte neun drastische neue Warnungen gebilligt, die abwechselnd auf die Packungen gedruckt werden sollen - jeweils auf die gesamte obere Hälfte der Vorder- und der Rückseite.

Sie zeigen unter anderem das Bild einer Leiche mit zugenähtem Brustkorb. Die Unternehmen machen geltend, die neuen Aufdrucke kosteten Millionen Dollar für neue Maschinen, um die Warnungen häufig wechseln zu können.

Die Kläger sind R.J. Reynolds, Lorillard, Commonwealth Brands, Liggett Group und Santa Fe Natural Tobacco Company. Altria Group, Mutterkonzern des größten US-Zigarettenherstellers Philip Morris, hat sich der Klage nicht angeschlossen.