Schwer verletzt

Hund beißt Mutter und Sohn in den Kopf

In einer Wohnung in Thüringen fiel ein Boxer-Stafford-Mischling einen Fünfjährigen und dessen Mutter an. Beide wurden schwer verletzt und mussten ins Krankenhaus.

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Wieder hat ein Hund in Thüringen ein Kind angefallen und schwer verletzt. Der Mischling habe den Fünfjährigen in einer Saalfelder Wohnung ins Gesicht gebissen, berichtete Polizeikommissar Markus Marschewski. Warum das bisher wohl nicht als aggressiv aufgefallene Familientier plötzlich den Jungen attackierte, war vorerst unklar.

Die Mutter ging zwar dazwischen, wurde aber ebenfalls in den Kopf gebissen. Mutter und Kind kamen ins Krankenhaus. Beide seien schwer verletzt, aber nicht in Lebensgefahr, hieß es.

Erst im Juni hatte der Landtag ein Gesetz zum Schutz vor gefährlichen Hunden beschlossen. Es enthält eine Liste mit vier Kampfhunderassen, die nur noch mit Erlaubnis der Behörden gehalten und nicht mehr gezüchtet werden dürfen. Dazu gehören Pitbull-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier, Bullterrier sowie deren Kreuzungen.

Mit dem Gesetz reagierten die Parlamentarier auf mehrere Angriffe von Kampfhunden. So war im Mai 2010 ein dreijähriges Mädchen in Sachsenburg (Kyffhäuserkreis) von vier Staffordshire-Bullterriern zerfleischt worden. Im Oktober 2010 starb eine 57-Jährige in Kindelbrück (Kreis Sömmerda) bei einer Attacke ihres Hundes. Und Anfang April dieses Jahres fiel ein Kampfhund einen Neunjährigen in Niederorschel (Eichsfeld) an und biss ihm ins Gesicht.

Bei dem Hund in Saalfeld soll es sich nach einer ersten Einschätzung des Tierarztes um einen Boxer-Stafford-Mischling handeln. Die genaue Bestimmung stehe noch aus. Er gehörte den Angaben zufolge der Mutter des Jungen, gegen die nun wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt werde.

Der Hund wurde vorerst in einem Tierheim untergebracht und soll auf Tollwut untersucht werden, wie Marschewski sagte. Was mit ihm passiert, müssten das zuständige Landratsamt und die Hundebesitzerin entscheiden.