Die beiden gaben sich als Touristen aus, die einen Rundflug gebucht hatten. Der Pilot wurde gezwungen, im Gefängnishof zu landen. Dort stiegen einer der gefährlichsten Kriminellen Belgiens und zwei weitere Gefangene in den Hubschrauber.


Der Helikopter wurde am Donnerstagabend im belgischen Aalter entdeckt, das westlich von Brügge und rund 200 Kilometer entfernt von der deutschen Grenze bei Aachen liegt. Nach der Landung bei Aalter sollen die Gangster laut Medienberichten ein Auto angehalten und die Fahrerin als Geisel genommen haben. Danach sollen sie eine Tankstelle überfallen haben. Die Frau wurde südöstlich von Gent wieder freigelassen.

Es wird vermutet, dass die Flüchtigen mit einem schwarzen Mercedes in Richtung belgische Küste unterwegs sind. Der wohl gefährlichste unter den Ausbrechern ist Ashraf Sekkaki - er soll bereits zuvor aus einem belgischen Gefängnis ausgebrochen sein. Auf sein Konto gehen laut den Berichten zahlreiche Gewalttaten, darunter auch Entführungen.


Vor zwei Jahren sorgte ein ähnlicher Fall in Belgien für Schlagezeilen. „Ausbrecherkönig“ Nordir Benallal floh ebenfalls mit einem Helikopter aus einem belgischen Gefängnis. Handlanger von ihm hatten einen Hubschrauber gekapert und waren damit auf dem Gefängnishof gelandet, um Benallal an Bord zu nehmen. Der Helikopter kam jedoch nicht wieder richtig in die Luft, weil sich andere Gefangene an die Kufen hängten. In dem Durcheinander bekam Benallal von einem Helfer eine Waffe und konnte durch eine geöffnete Tür ins Freie gelangen. Er floh in die Niederlande. Dort überfiel Benallal einen Motorradhändler und wurde noch am Tatort von der Polizei festgenommen.

dpa/ws