"Engel mit den Eisaugen"

Experten zweifeln DNA-Beweise im Mordfall Knox an

Die US-Studentin Amanda Knox wurde in Italien wegen Mordes verurteilt, die Beweislast schien erdrückend. Doch die gesicherten DNA-Spuren könnten verunreinigt worden sein.

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Unabhängige Experten haben die Verlässlichkeit der gerichtsmedizinischen Beweise im Mordprozess gegen die Amerikanerin Amanda Knox in Zweifel gezogen. DNA-Spuren, die Knox und ihren Mitangeklagten belasten, könnten verunreinigt worden sein, heißt es in einem Bericht. Außerdem sei das erstellte genetische Profil von Mordopfer Meredith Kercher „unzuverlässig“.

Im ersten Prozess gegen Knox hatte die Anklage daran festgehalten, dass DNA von Knox auf dem Griff der mutmaßlichen Mordwaffe – einem Küchenmesser – und DNA von Kercher auf der Klinge gefunden worden sei. Zudem seien DNA-Spuren des Mitangeklagten Raffaele Sollecito auf Kerchers BH-Schnalle entdeckt worden.

Knox, ihr Ex-Freund Sollecito und ein dritter Angeklagter, Rudy Hermann Guede, wurden im ersten Prozess schuldig gesprochen, die britische Studentin Kercher im Jahr 2007 ermordet zu haben. Knox wurde zu 26 Jahren, Sollecito zu 25 Jahren, Guede zu 16 Jahren Haft verurteilt. Derzeit läuft der Berufungsprozess.