Dänemark

Frau stürzt tödlich beim Roskilde-Festival

Eine 25-jährige Frau ist beim Rockfestival Roskilde ums Leben gekommen. Sie ignorierte die Sicherheitsvorkehrungen.

Foto: AFP

Trotz heftigen Regens herrschte wieder die sehr spezielle freundliche Stimmung beim Rockfestival im dänischen Roskilde – aber zum Ende gab es einen tödlichen Unfall: Am Sonntag stürzte eine 25 Jahre alte Besucherin nach Polizeiangaben aus einer Schwebebahn auf dem Festivalgelände 30 Meter in die Tiefe.

Im Jahr 2000 waren neun junge Männer bei einem Konzert der US-Band Pearl Jam ums Leben gekommen. Die nachrückende Menge hatte sie erdrückt. Das Unglück am Sonntag warf einen langen Schatten über die 41. Ausgabe des traditionsreichsten europäischen Rockfestivals.

„Entweder geht man einmal nach Roskilde oder immer“, sagte André aus Essen beim Konzert der Arctic Monkeys auf der riesigen Orange Stage. Der Softwareentwickler hat mit deutschen Freunden sein 16. Festival erlebt und dabei die typische Roskilde-Kultmischung erlebt: Freundliche Stimmung unter den Besuchern, ein überwältigendes Konzerterlebnis und einen nicht weniger überwältigenden Wolkenbruch vom dänischen Himmel.

Beim Konzert der Berliner Beatsteaks seien ihm die Tränen gekommen, erzählt André. Bandmitglied Arnim Teutoburg-Weiß meinte vor dem eigenen Konzert im Roskilde-Web-TV: „Für uns war es immer ein Traum, hier zu spielen. Alle, auch die englischen Bands, wollen in Roskilde dabei sein.“

Bei aller Begeisterung und Rührung vor und auf den sechs Bühnen zeigte das Festival neben dem Unfall aber auch harte kommerzielle Realitäten: Weil die Gagen für Topstars in astronomische Höhen geklettert sind, können die Organisatoren nicht mehr wie früher Superstars mit weltweitem Klang anbieten.

Iron Maiden, die Arctic Monkeys, Kings Of Leon, M.I.A., The Strokes, PJ Harvey und Portishead waren an den vier Tagen dieses Festivals die Topnamen. „Irgendwie bisschen dünn“, war ein oft gehörter Kommentar. Was aber nicht die Freude an den Überraschungen und Neuentdeckungen trüben konnte, die ein wichtiger Teil des Roskilde-„Kicks“ sind.

Die fantastische englische Gitarristin Anna Calvi etwa, die Erinnerungen an den ebenfalls in Roskilde innig verehrten und jung gestorbenen US-Musiker Jeff Buckley weckte. Oder der 61-jährige Charles Bradley. Der Soulsänger aus den USA war von der begeisterten, warmen Reaktion seiner Zuhörer so überwältigt, dass er beim Konzert immer mal wieder schluchzen musste. Bis es Bradley nicht mehr hielt und er weinend von der Bühne herunterkam, um möglichst viele aus diesem fantastischen jungen Publikum zu umarmen.